Nach wie vor ist der Bedarf an Ingenieuren in Deutschland ausgesprochen hoch. Noch kaschieren hohe Absolventenzahlen die gröbsten Engpässe, doch der demografische Wandel wird auch die Ingenieurzunft treffen. Wie sich das Arbeitskräfteangebot und die -nachfrage in den Jahren bis 2029 entwickeln werden, hängt von mehreren Faktoren ab: den Anfängerzahlen und Absolventenquoten innerhalb der Ingenieurwissenschaften, der Entwicklung der Ab- und Zuwanderung ausgebildeter Ingenieure, der Erwerbsbeteiligung älterer Ingenieure und dem arbeitsmarktseitigen Zusatzbedarf. Selbst im Fall einer lahmenden Konjunktur, die den Bedarf an Ingenieuren massiv senkt und gleichzeitig auf deutlich mehr Ingenieurabsolventen trifft, übertrifft die Nachfrage das Angebot an Ingenieuren Jahr für Jahr – bis 2029 würden dem Arbeitsmarkt insgesamt 84.000 Ingenieure fehlen. Und selbst in diesem Szenario benötigt
Deutschland eine jährliche Nettozuwanderung in Höhe von mindestens 15.000 Ingenieuren, um seine Arbeitskräftebasis im Ingenieurbereich langfristig zu sichern. Wie sich der Ingenieurarbeitsmarkt in den nächsten Jahren in Abhängigkeit der entsprechenden Stellschrauben entwickelt, zeigt das gemeinsam vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln mit dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) entwickelte Prognosetool.

VDI-Szenariotool