Die Analyseergebnisse sprechen eindeutig dagegen, dass die Einkommensungleichheit in Deutschland ein negativer Wachstumstreiber war. Für einen ausgereiften Wohlfahrtsstaat wie unseren mit einem unterdurchschnittlichen Ungleichheitsniveau ist – wenn überhaupt – von einem positiven Effekt der Einkommensungleichheit auf das Wachstum auszugehen.

Eine Dramatisierung der Verteilungssituation in Deutschland ist zudem wenig zielführend. Denn eine Überspitzung anfechtbarer Befunde verführt Politiker zu vorschnellen Maßnahmen, denen es oft an Zielgenauigkeit mangelt: Betreuungsgeld, Mütterrente und auch der Mindestlohn setzen nicht am Bedürftigkeitsprinzip an.

Unbestritten sinnvoll sind dagegen Maßnahmen, die Bürger dazu befähigen, aus eigener Kraft ein auskömmliches Einkommen zu erzielen. Nicht zuletzt sollte die Skandalisierung vermeintlicher Missstände – insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingsdiskussion – unterbleiben. Denn wenn wir uns bewusst werden, dass die Verteilungssituation weit weniger dramatisch ist, als gemeinhin empfunden, dann könnte das zu weniger Unruhe und Sorgen mit Blick auf die Flüchtlingsintegration führen.

Pressemitteilung

Ungleichheit und Wachstum – Zu komplex für einfache Wahrheiten

IconDownload | PDF

IW-Report

Galina Kolev / Judith Niehues: The Inequality-Growth Relationship – An Empirical Reassessment

IconDownload | PDF

Statement

Michael Hüther: Ungleichheit und Wachstum – eine Neubewertung

IconDownload | PDF

Grafiken und Tabellen

Materialien zum Statement: Ungleichheit und Wachstum – eine Neubewertung

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

IW-Kurzbericht, 27. März 2017

Jürgen Matthes Wirtschaftsentwicklung in SüdeuropaArrow

Die Wirtschaftslage in Südeuropa ist derzeit von deutlichen Unterschieden geprägt. Vor allem die Erfolge in Spanien und Portugal zeigen, dass Strukturreformen sich lohnen und ein Aufräumen im Bankensektor unerlässlich ist, das in Italien noch aussteht. mehr

Deutschlands Mittelschicht ist stabil – gehören Sie dazu?
Gastbeitrag, 15. März 2017

Michael Hüther auf welt.de Deutschlands Mittelschicht ist stabil – gehören Sie dazu?Arrow

Der deutschen Mittelschicht ergeht es angeblich schlecht: schrumpfen soll sie, erodieren oder gar zerbrechen. Doch ein nüchterner Blick auf die Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt ein anderes Bild. Ein Gastbeitrag IW-Direktor Michael Hüther auf welt.de. mehr

IW-Trends, 6. März 2017

Christina Anger / Wido Geis Bildungsstand, Bildungsmobilität und EinkommenArrow

Ein hohes Bildungsniveau ist die beste Voraussetzung für ein hohes Einkommen. Die aktuellen Entwicklungen im Bildungssystem weisen darauf hin, dass immer mehr junge Menschen einen Hochschulabschluss erwerben. Allerdings wirkt sich das aktuelle Wanderungsgeschehen auf die Qualifikationsstruktur der Bevölkerung aus. mehr