Image
IW-Ökonom Matthes Quelle: IW Köln

Griechenland, Spanien und Italien stecken in einer Rezession – und in einem Dilemma: Sie müssen einerseits hart sparen. Andererseits könnten sie sich damit noch mehr in die Bredouille bringen, nämlich dann, wenn sie einen zu großen Teil der nötigen Einsparungen in sehr kurzer Frist stemmen. Von daher ist ein wenig Aufschub beim Konsolidieren durchaus angebracht.

Der Grund: Manche Pläne – etwa die Senkung des spanischen Haushaltsdefizits auf unter 3 Prozent der Wirtschaftsleistung im Jahr 2013 – wurden geschmiedet, als es der Wirtschaft noch besserging. Vor einem Jahr prognostizierte die EU-Kommission den Spaniern für 2012 noch 1,5 Prozent Wachstum, inzwischen rechnet Brüssel mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent.

Dabei haben die Euro-Sorgenkinder bereits konsolidiert, wie ein Blick auf ihre strukturellen Defizite zeigt, also jene Haushaltssalden, bei denen konjunkturelle Effekte außen vor bleiben. So ist das strukturelle Defizit der Hellenen von 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2009 auf 5,4 Prozent im vergangenen Jahr gesunken, dieses Jahr dürfte es sogar unter 3 Prozent liegen. Es ist deshalb grundsätzlich angemessen, die weiteren Konsolidierungsziele zeitlich etwas zu strecken. Allerdings sollte die EU-Kommission genaue Vorgaben zu den weiteren strukturellen Sparmaßnahmen machen.

IW-Trends

Jürgen Matthes: Rebalancing der Leistungsbilanzdefizite in den Peripheriestaaten des Euroraums
IconDownload | PDF

Stellungnahme

Jürgen Matthes: Volkswirtschaftliche Auswirkungen der Euro-Staatsschuldenkrise und neue Instrumente der Staatsfinanzierung
IconDownload | PDF

Statement

Michael Hüther: Vor den Wahlen in Griechenland - Ist der Euro noch zu halten?
IconDownload | PDF

Pressemitteilung

Euro-Krisenländer: Mehr Zeit zum Sparen ist sinnvoll
IconDownload | PDF

Fotos

Audio

IW-Direktor Michael Hüther über ...

... die Aufstockung von ESM und Eurobonds
IconDownload | MP3

... Griechenland ohne Euro
IconDownload | MP3

... Hollande und den Sparkus
IconDownload | MP3

Ansprechpartner

Veranstaltung
Veranstaltung, 11. Mai 2017

19. Finanzmarkt Round-Table Die Rückkehr der Inflation – Zwischenspiel oder neue Bedrohung?Arrow

Nach einer langen Phase sinkender Inflationsraten und Deflationsgefahren scheint die Inflation auf dem Wege der Normalisierung – oder ist dies nur ein Zwischenspiel und hohe Inflation wird zur neuen Bedrohung für die Eurozone? Diskutieren Sie mit uns – beim 19. Finanzmarkt Round-Table in Frankfurt am Main. mehr

13. April 2017

Frankreich Viel Arbeit für den WahlsiegerArrow

Wen auch immer die Franzosen Anfang Mai zu ihrem neuen Staatsoberhaupt küren – er oder sie steht in jedem Fall vor großen wirtschaftspolitischen Herausforderungen. Vor allem in den Bereichen Arbeitsmarkt und öffentliche Finanzen sind weitere Reformen nötig. mehr auf iwd.de

Europäische Währungsunion – Krise rechtfertigt keine tiefere Integration
IW-Nachricht, 4. April 2017

Europäische Währungsunion Krise rechtfertigt keine tiefere IntegrationArrow

Heute beraten die EU-Kommissare über die Zukunft der Europäischen Währungsunion. Dabei geht es auch um eine stärkere fiskalische Integration, die viele als Konsequenz aus der Euro-Schuldenkrise fordern. Sie übersehen jedoch, dass wichtige Krisenursachen außergewöhnlich waren und sich nicht wiederholen dürften. mehr