IW-Konjunkturprognose Image
Michael Hüther (Mitte) Quelle: IW Köln

Die deutsche Wirtschaft wird im Jahr 2014 voraussichtlich um gut 13/4 Prozent wachsen und 2015 um knapp 2 Prozent zulegen. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in seiner jüngsten Konjunkturprognose. Das IW Köln sieht allerdings unkalkulierbare Gefahren im risikobeladenen globalen Umfeld sowie in Fehlern und Versäumnissen der Regierung.

Mehr als 3.000 Unternehmen haben sich in den vergangenen Wochen an der IW-Konjunkturumfrage beteiligt, die so den unmittelbaren Blick auf die Situation der deutschen Wirtschaft ermöglicht. Demnach hat sich die Geschäftslage bei 46 Prozent der befragten Firmen verbessert; im Herbst lag dieser Anteil noch knapp 10 Prozentpunkte niedriger. Gleichzeitig reduzierte sich der Anteil der Firmen, die über schlechtere Geschäfte klagen, von 20 auf 14 Prozent. Mit Blick auf die Produktion im Jahr 2014 stehen die Zeichen derweil auf Wachstum: Im Herbst gingen noch gut 42 Prozent der Unternehmen von einem Produktionsanstieg aus, mittlerweile sind es 53 Prozent.Diese positiven Ergebnisse sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, warnt das IW Köln. Denn es schweben gleich zwei Damoklesschwerter über Deutschland:

  • In einigen wichtigen Schwellenländern reichen sich momentan politische und wirtschaftliche Unsicherheiten die Hand. Das gilt vor allem für die BRIC-Staaten, also Brasilien, Russland, Indien und China, von deren Investitionstätigkeit die hiesige Wirtschaft in den vergangenen Jahren enorm profitiert hat. Zudem ist die Staatsschuldenkrise trotz der Trendwende in vielen Ländern Europas noch nicht überstanden.
  • Die deutsche Wirtschaftspolitik gibt laut IW aktuell kein gutes Bild ab und könnte so die konjunkturelle Entwicklung gefährden. Denn weder der Schuldenabbau kommt spürbar voran, noch wurden entscheidende Fragen der Energiewende zufriedenstellend beantwortet. Darüber hinaus hat sich die Regierungskoalition zu sozialpolitischen Wohltaten hinreißen lassen, deren Finanzierung und Auswirkungen, vor allem auf den Arbeitsmarkt, noch immer ungeklärt sind. Entscheidende Reformen – etwa mit Blick auf die kalte Progression – blieben bislang hingegen aus.

Zu den Fotos von der Veranstaltung auf Flickr

Pressemitteilung

IW-Konjunkturumfrage und -prognose – Bedrohtes Wachstum

IconDownload | PDF

Statement

Prof. Dr. Michael Hüther: Überschaubare Erholung in einem risikoreichen globalen Umfeld – IW-Konjunkturumfrage und IW-Konjunkturprognose Frühjahr 2014

IconDownload | PDF

Tabellen

Überschaubare Erholung in einem risikoreichen globalen Umfeld – IW-Konjunkturumfrage und IW-Konjunkturprognose Frühjahr 2014

IconDownload | PDF

IW-Trends

IW-Forschungsgruppe Konjunktur: Überschaubare Erholung in einem risikoreichen globalen Umfeld – IW-Konjunkturprognose Frühjahr 2014

IconDownload | PDF

Audio

IW-Direktor Michael Hüther über ...

... Lage und Ausblick
IconDownload | MP3

... den deutschen Außenhandel
IconDownload | MP3

... die Investitionsaktivitäten
IconDownload | MP3

... die Entwicklung des Arbeitsmarktes
IconDownload | MP3

... den Konsum
IconDownload | MP3

Ansprechpartner

Realeinkommen
Pressemitteilung, 26. Oktober 2017

Judith Niehues Realeinkommen: Auch die unteren Einkommen legen zuArrow

Es ist ein gefundenes Fressen für Schwarzmaler: Die Einkommen der ärmsten 40 Prozent der Deutschen seien seit der Wiedervereinigung real kaum gestiegen. Doch eine neue Studie des IW Köln zeigt, dass dieser Befund wenig robust ist. mehr

Gute Stimmung vor der Haustür
Gastbeitrag, 23. Oktober 2017

Michael Grömling in den VDI-Nachrichten Konjunkturampel: Gute Stimmung vor der HaustürArrow

Die deutsche Wirtschaft zeichnet sich derzeit durch ein robustes und breit angelegtes Wachstum aus. Sowohl die Inlandsnachfrage als auch das Auslandsgeschäft treiben die Konjunktur hierzulande an, schreibt IW-Konjunkturforscher Michael Grömling in den VDI-Nachrichten. mehr

IW-Trends, 12. Oktober 2017

Hubertus Bardt Afrikas divergierende wirtschaftliche PotenzialeArrow

Der afrikanische Kontinent hat in den letzten Jahren wieder deutlich mehr internationale Aufmerksamkeit erfahren, zuletzt bei dem G20-Treffen in Hamburg. Zunehmend werden dabei auch wirtschaftliche Chancen und die Einbindung in internationale Wertschöpfungsketten diskutiert. mehr