IW-Energieökonom Hubertus Bardt Image
IW-Energieökonom Hubertus Bardt Quelle: IW Köln

Die steigenden Strompreise machen nicht nur den privaten Haushalten immer mehr zu schaffen, sondern auch den Industrieunternehmen. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) schadet diese Entwicklung dem Industriestandort Deutschland. Die Unternehmen bemängeln demnach vor allem die fehlende Planungssicherheit über die zukünftige Entwicklung des Strompreises und Wettbewerbsnachteile gegenüber ausländischen Konkurrenten. Im Vergleich zu Frankreich und den Niederlanden ist der Industriestrom in Deutschland rund 40 Prozent teurer; gemessen am Durchschnitt der 27 EU-Staaten beträgt der Kostennachteil noch fast 15 Prozent.

Besonders betroffen von einem weiteren Anstieg des Strompreises, der vor allem durch Steuern und Abgaben für erneuerbare Energien getrieben wird, wären energieintensive Sparten wie die Chemische Industrie und die Metallbranche. Diese müssten beispielsweise bei einem Anstieg des Strompreises um 2 Cent pro Kilowattstunde rund 740 Millionen Euro bzw. knapp 710 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich an Kosten tragen. Ein erstes Alarmzeichen für das schwindende Vertrauen in den Standort D sind die äußerst schwachen Nettoinvestitionen der energieintensiven Unternehmen. Eine Abwanderungswelle dieser Firmen träfe die gesamte Volkswirtschaft, insbesondere was Wettbewerbsfähigkeit sowie Forschung und Entwicklung angeht. Denn mehr als 80 Prozent der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes haben energieintensive Lieferanten, gut 40 Prozent arbeiten in engen Netzwerken mit ihnen zusammen. Die IW-Forscher sprechen sich für mehr Wettbewerb und weniger Subventionen auf dem Strommarkt aus. Nur so könnten die Kosten der Energiewende möglichst niedrig gehalten werden. Weitere positive Effekte seien von einem Strom-Binnenmarkt in Europa zu erwarten.

Pressemitteilung

Energiepreise - Dem Standort D droht Schaden
IconDownload | PDF

IW-Positionen

Hubertus Bardt / Hanno Kempermann: Folgen der Energiewende für die deutsche Industrie
Bestellung

Statement

Michael Hüther: Bedroht die Energiewende die Industrie in Deutschland?
IconDownload | PDF

Tabellen und Abbildungen

Bedroht die Energiewende die Industrie in Deutschland?
IconDownload | PDF

Fotos

Audio

IW-Direktor Michael Hüther über:

1. Kostennachteile für Industriestrom
IconDownload | MP3

2. Hohe Preise verschlechtern Wettbewerbsfähigkeit
IconDownload | MP3

3. Energieintensive Lieferanten
IconDownload | MP3

4. Abwanderung und ihre Folgen
IconDownload | MP3

Ansprechpartner

Gastbeitrag, 12. Oktober 2017

Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Auf die Metallverarbeiter kommen höhere Preise zuArrow

Für die metallverarbeitende Industrie in Deutschland war der vergangene Monat ein vergleichsweise ruhiger – wenn man es von der Beschaffungsseite her betrachtet. Denn die durchschnittlichen Metallpreise haben sich im September praktisch nicht verändert, schreibt IW-Ressourcenökonom Hubertus Bardt in der Börsenzeitung mehr

6. Oktober 2017

Berit Schmiedendorf Anuga: Hot Beverages und BlumenkohlArrow

Allein die deutschen Nahrungsmittelhersteller bringen jedes Jahr rund 40.000 neue Produkte auf den Markt. Was es weltweit zu essen und zu trinken gibt, zeigt ab Samstag die Kölner Ernährungsmesse Anuga. mehr auf iwd.de

Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt: Wechseln ist aufwendig
Interview, 29. September 2017

Holger Schäfer in der Süddeutschen Zeitung Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt: Wechseln ist aufwendigArrow

Wo Lücken gefüllt werden müssen, ist die Fluktuation hoch, sagt IW-Arbeitsmarktökonom Holger Schäfer im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. In Branchen dagegen, die ein hohes Qualifikationsniveau erfordern, ist sie geringer. mehr