Auf individueller Ebene scheinen die Reallohnzuwächse der vergangenen Jahre auch durchaus wahrgenommen zu werden: Im Jahr 2014 beurteilten beinahe zwei Drittel der Befragten ihre eigene wirtschaftliche Lage als gut oder sehr gut – nur noch 9 Prozent der Bevölkerung ordnen ihre wirtschaftliche Situation als eher schlecht ein – dies sind jeweils die besten Werte seit der Wiedervereinigung und deutlich positiver als noch im Jahr 2004.

Die Anerkennung, dass von der beschäftigungsorientierten Lohnpolitik Ende der Neunziger Jahre sowie den Arbeitsmarktreformen um die Agenda 2010 letztlich weite Teile der Bevölkerung profitiert haben, könnte die Akzeptanz und Durchsetzung von Reformen erleichtern, wenn sie wirtschaftlich notwendig sind. Darüber hinaus könnte sie das Vertrauen in politische Entscheidungen steigern – ein sensibles Gut, wie die sinkende Zustimmung zur Politik der etablierten Parteien zeigt.