Eine bessere Integration der Migranten in das deutsche Bildungssystem und den Arbeitsmarkt würde dem Staat bis 2050 zusätzliche Einnahmen von 164 Milliarden Euro verschaffen. Dies ist das zentrale Ergebnis einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln für das Bundeswirtschaftsministerium.

Dabei wurde davon ausgegangen, dass sich die Unterschiede hinsichtlich Bildungsabschlüssen, Arbeitslosenquote und schulischen Leistungen zwischen Migranten und einheimischer Bevölkerung in den kommenden Jahren zumindest halbieren. Dadurch fällt die jährliche Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts um 0,1 Prozentpunkte höher aus, weil die Erwerbstätigen im Schnitt besser qualifiziert sind. Entsprechend erzielt die öffentliche Hand höhere Steuereinnahmen und Sozialabgaben und zahlt weniger Sozialleistungen.

Damit es soweit kommt, muss der Staat allerdings vorher investieren: Mindestens 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren mit Migrationshintergrund sollten in Krippen betreut werden. Ab einem Alter von drei Jahren sollte jedes Kind eine Kindertagesstätte besuchen. Weitere Ausgaben wären zudem notwendig, um den Nachwuchs der Migranten individuell zu fördern – etwa bei der Sprachentwicklung. Insgesamt dürfte diese verstärkte frühkindliche Förderung den Staat jährlich 3,1 Milliarden Euro kosten. Hinzu kämen rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr für den nötigen Ausbau der beruflichen Ausbildung und Hochschulen.

Studie

Integrationsrendite – Volkswirtschaftliche Effekte einer besseren Integration von Migranten
IconDownload | PDF

Statement

Dr. Hans-Peter Klös: Volkswirtschaftliche Effekte einer besseren Integration von Migranten
IconDownload | PDF

Pressemitteilung

Migranten: Integration schafft Wachstum
IconDownload | PDF

Ansprechpartner

IW-Report
IW-Report, 15. September 2017

Christian Friesl / Wido Geis / Martin Hörmann / Patrick Schellenbauer / Fabian Schnell / Clemens Wallner Migration und Arbeitsmärkte in Deutschland, Österreich und der SchweizArrow

Deutschland, Österreich und die Schweiz sind vor dem Hintergrund des demografischen Wandels auf die Zuwanderung von Fachkräften angewiesen, um ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu erhalten. mehr

Dreiländertreffen
Pressemitteilung, 7. September 2017

Dreiländertreffen Demografischer Wandel: Zuwanderung ist nötigArrow

Deutschland, Österreich und die Schweiz müssen sich stärker um Fachkräfte aus dem Ausland bemühen. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), der österreichischen Industriellenvereinigung (IV) und von Avenir Suisse. Die konkreten Lösungswege unterscheiden sich jedoch in den drei Ländern. mehr

Fachkräfteengpass
Interview, 30. August 2017

Oliver Koppel im Deutschlandfunk „Wir brauchen eine stärker arbeitsmarktorientierte Zuwanderung”Arrow

Was tun gegen den Fachkräfteengpass? Oliver Koppel vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) setzt unter anderem auf Zuwanderung. Die müsse allerdings besser organisiert werden, sagte er im Deutschlandfunk. Er zeigte sich von der Politik in dieser Hinsicht enttäuscht - insbesondere von der Union. mehr