Die Europäische Union hat ihre in der Lissabon-Strategie selbst gesteckten Ziele aus dem Jahr 2000 nicht erreicht, bis zum Jahr 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu werden – also die USA zu überholen.

Bei der Beschäftigungsquote, also dem Anteil der erwerbstätigen Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren an der Gesamtbevölkerung dieser Altersgruppe, konnte sich Europa den Vereinigten Staaten allerdings stärker annähern: Die EU-Quote stieg von 62,2 Prozent im Jahr 2000 auf 64,6 Prozent im Jahr 2009; für Amerika ging es im selben Zeitraum von 74,1 auf 70,9 Prozent abwärts.

Bei anderen wichtigen Indikatoren wie den Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie der Arbeitsproduktivität hinkt die EU den USA dagegen immer noch weit hinterher. Ob sich mit dem Nachfolgeprojekt „Strategie Europa 2020“ daran etwas ändern wird, ist fraglich. Denn auch die neuen Ideen setzen zu sehr auf die Plan- und Lenkbarkeit wirtschaftlicher Entwicklungen, statt den mikroökonomischen Grundlagen von Wachstum und Beschäftigung mehr Beachtung zu schenken. Immerhin sollen Unternehmen künftig durch weniger Bürokratie entlastet und der Binnenmarkt soll weiter ausgebaut werden.

Pressemitteilung

„Europa 2020“: Zweiter Anlauf nötig
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Statement

Perspektiven der EU: Die Botschaften von Maastricht und Lissabon
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Ansprechpartner

Die EU nicht dem Handel mit den Briten opfern
Gastbeitrag, 19. April 2017

Michael Hüther in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Die EU nicht dem Handel mit den Briten opfernArrow

Sosehr der Verlust der zweitgrößten europäischen Volkswirtschaft schmerzt, ein Untergang der europäischen Idee ist mit dem Brexit ebenso wenig verbunden wie ein ökonomisches oder gar politisches Desaster für Deutschland. Ein Gastbeitrag von IW-Direktor Michael Hüther in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. mehr

12. April 2017

Interview „Der Frexit wäre ein Drama für uns und für Europa“Arrow

Am 23. April wählen die Franzosen einen neuen Präsidenten. Loïc Armand, Vorsitzender von L'Oréal Frankreich und des Europa-Ausschusses im Arbeitgeberverband Mouvement des entreprises de France (MEDEF), spricht im iwd-Interview über die Chancen der rechtsextremen Marine Le Pen, darüber wie er den Frexit verhindern will und welche wirtschaftspolitischen Herausforderungen auf den neuen Präsidenten warten. mehr auf iwd.de

Michael Hüther im Deutschlandfunk
Interview, 29. März 2017

Michael Hüther im Deutschlandfunk „Die Briten sind in dieser Situation schlechter gestellt”Arrow

Nach dem Brexit-Beschluss Großbritanniens müsse es jetzt darum gehen, die Interessen der Gemeinschaft in den Fokus zu rücken, sagte IW-Direktor Michael Hüther im Interview mit dem Deutschlandfunk. Ein Staat, der sich aus der Integration herausnehme, dürfe anschließend nicht von möglichen Sonderregelungen profitieren. mehr