Image
IW-Ökonomen Hüther und Matthes (v. l.) Quelle: IW Köln

Ab 2013 soll der Europäische Stabilisierungsmechanismus (ESM) klammen Euroländern unter die Arme greifen, braucht aber noch mehr Biss. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat dazu einen eigenen Vorschlag ausgearbeitet, der zwei Schwerpunkte hat.

Erstens muss die von Brüssel vorgesehene Unterscheidung zwischen Überschuldung und Illiquidität eines Staates möglichst objektiv erfolgen. Dazu schlägt das IW vor, ein unabhängiges Expertengremium einzubinden. Wer überschuldet ist, muss mit seinen Gläubigern über eine Umschuldung verhandeln und bekommt ein Anpassungsprogramm verordnet. Illiquide Staaten, die sich hingegen noch selbst reformieren können, aber trotzdem wegen zu hoher Zinsen am Kapitalmarkt kein Geld mehr bekommen, sollten Hilfskredite erhalten – allerdings nur, wenn sie in keinem Verfahren wegen schlechter Haushaltsführung stecken und ebenfalls ein Reformprogramm unterschreiben. Diese Unterstützung sollte es zudem nur maximal anderthalb bis zwei statt bisher und auch künftig vorgesehen drei Jahre geben.

Zweitens sollte der ESM in eng begrenztem Maß Staatsanleihen der betroffenen, noch solventen Staaten aufkaufen können. Nur so lassen sich übertriebene und immer höher schießende Zinsen im Ansatz bremsen. Gelingt dies, müssen letztlich möglicherweise gar keine Liquiditätshilfen gezahlt werden.

Fotos von der Veranstaltung auf Flickr

Vorschlag

IW-Vorschlag für einen europäischen Krisenmechanismus nach 2013
IconDownload | PDF

Pressemitteilung

Europäische Währungsunion: Strengere Regeln sind nötig
IconDownload | PDF

Tabellen

Teure Rettungen und neue Regelwerke: Wie kann die EWU auf Dauer stabilisiert werden?
IconDownload | PDF



Statement

IW-Direktor Michael Hüther: Teure Rettungen und neue Regelwerke: Wie kann die EWU auf Dauer stabilisiert werden?
IconDownload | PDF

Audio

Professor Dr. Michael Hüther über:

1. Der Pakt für den Euro - was passieren muss
IconDownload | MP3

2. Reformpunkt Rente
IconDownload | MP3

3. Reformpunkte Körperschaftssteuer und Abwicklung von Krisenbanke
IconDownload | MP3

Ansprechpartner

In der Falle der niedrigen Zinsen
Gastbeitrag, 27. April 2017

Hubertus Bardt auf n-tv.de In der Falle der niedrigen ZinsenArrow

Die Europäische Zentralbank berät wieder über die Leitzinsen. Sie werden wohl auf ihrem Rekordtief bleiben. Durch diese Politik gerät das zentrale Problem im Euroraum in Vergessenheit: die extrem hohen Staatsschulden. Ein Gastkommentar auf n-tv.de von Hubertus Bardt, Geschäftsführer im Institut der deutschen Wirtschaft Köln. mehr

13. April 2017

Frankreich Viel Arbeit für den WahlsiegerArrow

Wen auch immer die Franzosen Anfang Mai zu ihrem neuen Staatsoberhaupt küren – er oder sie steht in jedem Fall vor großen wirtschaftspolitischen Herausforderungen. Vor allem in den Bereichen Arbeitsmarkt und öffentliche Finanzen sind weitere Reformen nötig. mehr auf iwd.de

Europäische Währungsunion – Krise rechtfertigt keine tiefere Integration
IW-Nachricht, 4. April 2017

Europäische Währungsunion Krise rechtfertigt keine tiefere IntegrationArrow

Heute beraten die EU-Kommissare über die Zukunft der Europäischen Währungsunion. Dabei geht es auch um eine stärkere fiskalische Integration, die viele als Konsequenz aus der Euro-Schuldenkrise fordern. Sie übersehen jedoch, dass wichtige Krisenursachen außergewöhnlich waren und sich nicht wiederholen dürften. mehr