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IW-Ökonomen Hüther und Klös (v. l.) Quelle: IW Köln

Maximal rund 1,2 Millionen Menschen im Erwerbsalter werden voraussichtlich bis 2020 aus den mittel- und osteuropäischen Staaten nach Deutschland einwandern, wenn ab 1. Mai 2011 die Arbeitnehmer-Freizügigkeit gilt. Esten, Letten, Litauer, Polen, Slowaken, Slowenen, Tschechen und Ungarn können dann ohne jegliche Beschränkung hierzulande eine Arbeit aufnehmen. Die Bundesrepublik ist damit neben Österreich das letzte EU-Land, das die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit gewährt – Großbritannien etwa hatte seine Grenzen direkt 2004 nach dem EU-Beitritt der neuen Mitglieder geöffnet und avancierte damit zum Ziel Nummer eins der osteuropäischen Zuwanderer.

Geschadet hat es der Insel nicht, die Migranten haben zum Wirtschaftsboom Mitte des Jahrzehnts beigetragen, die Arbeitslosenquote stieg kaum. Deutsche Beschäftigte sind dennoch misstrauisch: Rund 40 Prozent fürchten laut einer Umfrage der Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult, dass sich die Arbeitnehmerfreizügigkeit negativ auf ihren Job auswirken wird. Dabei könnten die Migranten aus Mittel- und Osteuropa gerade jetzt im Aufschwung helfen, den zusätzlichen Arbeitskräftebedarf zu decken und den einen oder anderen Engpass zu überbrücken.

Studie

Holger Schäfer: Migrations- und Arbeitsmarktwirkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit
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Statement

Michael Hüther: Arbeitnehmerfreizügigkeit – Folgen der Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes gegenüber den ost- und mitteleuropäischen EU-Beitrittsländern
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O-Töne

Professor Dr. Michael Hüther über:

1. Was Studien über Zuwanderungszahlen sagen
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2. Warum nicht alle potenziellen Zuwanderer kommen
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3. Wie viele Zuwanderer die Arbeitnehmerfreizügigkeit wirklich lockt
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Ansprechpartner

10. Juli 2017

Philipp Deschermeier Achtung, demografischer WandelArrow

Wahr ist, dass es Deutschland derzeit so gut geht wie schon lange nicht mehr: Die Beschäftigung liegt auf Rekordniveau, die Arbeitslosigkeit ist auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung, die staatlichen Haushalte schreiben schwarze Zahlen und die Schulden sinken. Wahr ist aber auch: So wird es nicht bleiben. Die IW-Studie „Perspektive 2035“ zeigt, warum der demografische Wandel das Land vor große Herausforderungen stellt. mehr auf iwd.de

7. Juli 2017

Michael Grömling Arbeitskräftemangel bremst Wachstum aus Arrow

Wie wird sich die deutsche Wirtschaftsleistung im demografischen Wandel entwickeln? Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat dies bis ins Jahr 2035 vorausberechnet. Demnach wird die Produktivität zwar weiter steigen, doch die sinkende Zahl der Erwerbstätigen dämpft das Wachstum spürbar. mehr auf iwd.de