1. Home
  2. Presse
  3. Pressemitteilungen
  4. Wohngeld-Reform: Luft nach oben
Zeige Bild in Lightbox
(© Foto: iStock)
Ralph Henger / Judith Niehues Pressemitteilung 30. Mai 2019

Wohngeld-Reform: Luft nach oben

Nach vier Jahren Pause erhöht der Staat nun wieder das Wohngeld: Dadurch erhalten künftig 178.000 weitere Haushalte einen Zuschuss, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Insgesamt fließen ab 2020 jährlich 1,2 Milliarden Euro in das Wohngeld.

Mit dem Wohngeld greift der Staat denen unter die Arme, die keinen Anspruch auf Hartz IV, aber im Vergleich zu ihren Einkommen hohe Wohnkosten haben. Der Zuschuss soll dabei helfen, die Miete oder – falls Eigentümer ihre Wohnung selbst nutzen – die monatlichen Kosten für den Kredit besser schultern zu können. Vier Jahre lang hat der Bund das Wohngeld nicht erhöht. Da gleichzeitig die Verbraucherpreise, Mieten und Einkommen gestiegen sind, hatten jedes Jahr weniger Menschen Anspruch auf den Zuschuss. Gleichzeitig stiegen die Hartz-IV-Sätze jährlich – folglich wechselten viele Wohngeldempfänger in die Grundsicherung. Anfang 2020 steigt das Wohngeld endlich, zudem erhöht der Staat die Bezugsgrenzen. Künftig erhalten dadurch 178.000 Haushalte zusätzlich den staatlichen Zuschuss, zeigt eine neue IW-Studie. 

660.000 Empfänger

Demnach haben künftig 154.000 jener Haushalte Anspruch auf Wohngeld, die bisher keinen Zuschuss erhalten haben. Weitere 24.000 Haushalte erhalten nach der Reform nicht wie bisher Grundsicherung, sondern ausschließlich Wohngeld. Insgesamt gibt es künftig rund 660.000 Haushalte, die den staatlichen Zuschuss erhalten, dafür investiert der Bund statt bisher 860 Millionen künftig fast 1,2 Milliarden Euro pro Jahr.

Reform geht nicht weit genug

„Die Reform war dringend notwendig“, sagt IW-Ökonom und Studienautor Ralph Henger. „Bisher haben in jedem Jahr, in dem die Beträge nicht angepasst wurden, tausende Haushalte den Anspruch verloren.“ Durch die Reform werden nun die Leistungen des Wohngeldes alle zwei Jahre automatisch erhöht, auch, um künftig Inflation und Mietsteigerungen fortlaufend auszugleichen. Die neue Reform geht in die richtige Richtung – wenn auch nicht weit genug: „Das Wohngeld sollte möglichst allen Haushalten zugutekommen, die zwar ihren Lebensunterhalt erwirtschaften können, aber allein wegen ihrer Wohnkosten auf Grundsicherung angewiesen sind“, sagt der IW-Ökonom. 
 

PDF herunterladen
Stärkung eines vernachlässigten Instruments
Ralph Henger / Judith Niehues IW-Kurzbericht Nr. 32 29. Mai 2019

Wohngeldreform 2020: Stärkung eines vernachlässigten Instruments

IW-Kurzbericht

Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Das wahre Problem des Wohnungsbaus
Michael Voigtländer im 1aLage Podcast Audio 13. Juni 2024

Das wahre Problem des Wohnungsbaus

Der Wohnungsbau ist in der Krise, der Druck im Wohnungsmarkt wird im größer. IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer und Moderator Hauke Wagner diskutieren im 1aLage Podcast über die strukturellen Probleme im Wohnungsbau und erklären, warum mehr Geld nur ...

IW

Artikel lesen
Michael Voigtländer im 1aLage Podcast Audio 6. Juni 2024

Wie schwer es Banken aktuell den Kapitalanlegern machen

Mit der degressiven Sonder-Abschreibung möchte die Bundesregierung Kapitalanleger animieren, in den Neubau zu investieren. Doch wer investieren möchte, braucht auch einen Kredit. Wie sich der Kreditmarkt seit 2022 entwickelt hat und warum viele Kapitalanleger ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880