1. Home
  2. Presse
  3. Pressemitteilungen
  4. Trendwende unter Vorbehalt
Zeige Bild in LightboxTrendwende unter Vorbehalt
(© Foto: wakr10 - Fotolia)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mitgliederstruktur der Gewerkschaften Pressemitteilung Nr. 14 3. März 2015

Trendwende unter Vorbehalt

Die deutschen Gewerkschaften befinden sich im Aufwind: Ihr Mitgliederrückgang ist gestoppt und der lange geforderte Mindestlohn gesetzlich verankert. Jetzt müssen die Gewerkschaften allerdings ihre Mitgliederzahlen dauerhaft stabilisieren. Denn bei Frauen und Jüngeren können sie bislang weniger punkten – dabei hängt die Zukunft der Arbeitnehmervertreter gerade von diesen Gruppen ab, wie eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Über Jahrzehnte verloren die deutschen Gewerkschaften Mitglieder, auch nach der Deutschen Einheit ging es weiter bergab: Der sogenannte Organisationsgrad – also der Anteil der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer – sank von 1994 bis 2006 von über 27 auf nur noch 18 Prozent, wie die Allgemeine Bevölkerungsbefragung der Sozialwissenschaften (ALLBUS) zeigt. Jüngst ist es den Gewerkschaften laut IW-Analyse nun allerdings gelungen, diesen Trend umzukehren: Der gewerkschaftliche Organisationsgrad stieg bis 2012 auf 20,6 Prozent.

Hauptgrund für diesen Zuwachs sind männliche Beschäftigte. Deren Organisationsgrad legte um 3,4 Prozentpunkte auf 26 Prozent zu, jener der Arbeitnehmerinnen erhöhte sich aber nur um 1,8 Prozentpunkte auf 14,2 Prozent. Das, so die IW-Experten, ist bedenklich, da Frauen einen immer größeren Anteil an allen Beschäftigten haben – nicht zuletzt, weil vor allem Branchen Personal einstellen, in denen typischerweise mehr Frauen beschäftigt sind. Einen weiteren Faktor, der die Trendwende unter Vorbehalt stellt, sieht die Studie in der Altersstruktur der Gewerkschaften: Arbeitnehmer bis 30 Jahre sind momentan lediglich zu knapp 14 Prozent in einer Gewerkschaft organisiert, jene über 50 aber zu fast 25 Prozent. Zudem fällt auf, dass immer mehr Gewerkschaftsmitglieder in Betrieben mit über 200 Mitarbeitern arbeiten, in kleineren Firmen sinkt der Gewerkschaftseinfluss indes seit langem.

IW-Gewerkschaftsexperte Hagen Lesch: „Wenn es den Gewerkschaften nicht gelingt, mehr Mitglieder in neuen Berufsgruppen sowie in kleineren Betrieben zu gewinnen, sind sie nicht länger eine repräsentative Vertretung der Arbeitnehmerschaft. Entsprechend wird die Politik sie auch nicht mehr als Sprachrohr aller wahrnehmen.“

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Eine Kritik am Richtlinienentwurf der EU-Kommission über angemessene Mindestlöhne
Christoph Schröder IW-Policy Paper Nr. 25 8. Oktober 2021

Brauchen wir einen europäischen Mindestlohn?

In vielen Ländern deutet sich in der Mindestlohnpolitik ein Paradigmenwechsel an oder ist bereits vollzogen. Anstatt als untere Auffanglinie die Beschäftigten vor Ausbeutung zu schützen, soll der Mindestlohn – möglichst ohne staatliches Zutun – einen ...

IW

Artikel lesen
Michael Hüther im Handelsblatt Interview 22. September 2021

Streitgespräch: Welche Folgen hat ein höherer Mindestlohn?

Zwölf statt 9,60 Euro Mindestlohn seien gut für Produktivität und Wachstum, sagt IMK-Chefökonom Sebastien Dullien. IW-Direktor Michael Hüther hält dagegen. Einig sind sich beide, wenn es um die Schwächen der Bundesregierung geht.

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880