1. Home
  2. Presse
  3. Pressemitteilungen
  4. Teures Arbeiten
Zeige Bild in Lightbox
(© Foto: iStock)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Christoph Schröder Pressemitteilung 2. März 2020

Teures Arbeiten

Die deutsche Industrie schultert im internationalen Vergleich nach wie vor hohe Kosten: Im Ausland produzieren Unternehmen rund 13 Prozent weniger arbeitskostenintensiv als in Deutschland, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Der Lohnstückkostenunterschied zwischen dem Euroraum und Deutschland ist im Jahr 2018 auf acht Prozent gestiegen. Damit rückt Deutschland im internationalen Ranking auf Platz sechs vor. Folglich haben deutsche Industrieunternehmen höhere Arbeitskosten je Arbeitnehmerstunde im Verhältnis zur Produktivität als die meisten anderen Länder. Noch kostenintensiver ist die Produktion nur in Norwegen, Kroatien, Großbritannien, Frankreich und Estland. Außerhalb der europäischen Grenzen produzieren Unternehmen in den USA und Japan deutlich günstiger als in Deutschland. 

Hohe Arbeitskosten trotz hoher Produktivität

Im Durchschnitt blieb die Produktivität der 27 Vergleichsländer im Jahr 2018 um zwölf Prozent hinter Deutschland zurück. Noch größer ist das Gefälle zum Euroraum. Bei den Arbeitskosten hat das Ausland indes einen Kostenvorteil von 24 Prozent. Insgesamt kann die hohe Produktivität in Deutschland daher die hohen Arbeitskosten nicht ausgleichen. 

Schwache Konjunktur erhöht Lohnstückkosten

Vor allem die schwache Industriekonjunktur hat dazu geführt, dass die Produktivität im vergangenen Jahr hierzulande um vier Prozent gesunken ist. Dadurch sind die Lohnstückkosten um mehr als sechs Prozent gestiegen. Die deutsche Industrie hat es somit schwerer, im preislichen Wettbewerb ihren europäischen Nachbarn die Stirn zu bieten: Gegenüber dem Euroraum hat sich die deutsche Lohnstückkostenposition 2019 um 3,6 Prozent verschlechtert und ist damit so ungünstig wie zuletzt 2002. „Das sind alarmierende Ergebnisse“, sagt Studienautor Christoph Schröder. „Für deutsche Unternehmen wird es immer schwieriger, im internationalen Wettbewerb mitzuhalten.“ Eine Verbesserung der konjunkturellen Situation ist nicht in Sicht. Forderungen nach höheren Löhnen stellen deutsche Unternehmen vor ein Problem: Wenn die Beschäftigung weiterhin hochgehalten werden soll, können Löhne nicht gleichzeitig weiter angehoben werden. 

Datei herunterladen

Christoph Schröder: Lohnstückkosten im internationalen Vergleich

IW-Trends

Datei herunterladen

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Politische Beliebigkeit statt Autonomie der Tarifpartner
Hagen Lesch / Christoph Schröder IW-Nachricht 10. Februar 2022

Mindestlohnerhöhung: Politische Beliebigkeit statt Autonomie der Tarifpartner

Mit der Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro hebelt die Bundesregierung geltende Beschlüsse aus – und brüskiert die Mindestlohnkommission. Mit diesem Paradigmenwechsel delegiert der Staat seine sozialpolitische Verantwortung an die Tarifpartner.

IW

Artikel lesen
Christoph Schröder in den Ruhr-Nachrichten Ruhr-Nachrichten 21. September 2021

Mindestlohn von 12 Euro ist nicht für alle Betroffenen gut

Wenige Tage vor der Bundestagswahl wird hitzig über den Mindestlohn diskutiert. Dabei könnte eine Erhöhung auf 12 Euro auch für viele betroffene Arbeitnehmer eine schlechte Idee sein, sagt IW-Ökonom Christoph Schröder im Gespräch mit den Ruhr-Nachrichten.

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880