Zinspolitik der EZB Image
Die EZB wird ihre expansive Geldpolitik wohl weiter verschärfen. Foto: Bernd Wittelsbach/iStock

Die US-amerikanische Federal Reserve Bank wird aller Voraussicht nach noch im Dezember die Zinsen erhöhen – das erste Mal seit Juni 2006. Die EZB wird ihre expansive Geldpolitik dagegen wohl weiter verschärfen. Zwar haben beide Zentralbanken mit niedrigen Inflationsraten zu kämpfen, was ihnen eine Zinserhöhung bislang erschwert hat. Der US-amerikanische Arbeitsmarkt hat sich mittlerweile aber soweit erholt, dass sich Inflation und Zinsen in den USA wohl bald normalisieren werden. Im Euroraum bewegt sich die Inflation hingegen kaum vom Fleck und ein nachhaltiger Aufschwung an den Arbeitsmärkten lässt vielerorts auf sich warten.

Die EZB hat außerdem ein zusätzliches Problem: Die Kreditvergabe der Banken reagiert noch immer nicht auf die expansive Geldpolitik. Die geringe Kreditnachfrage der Unternehmen erklärt allerdings nur einen Teil dieser Entwicklung, stellt die IW-Studie klar. Vielmehr zwingt die Eigenkapitalregulierung die Banken dazu, mehr Eigenkapital in Relation zu ihren Risikoaktiva vorzuweisen. Um diese Vorgabe zu erfüllen, ist es für die Banken am einfachsten, die Kreditvergabe an Firmen zu reduzieren und stattdessen Kredite an Mitgliedsstaaten des Euroraums zu vergeben. Denn anders als Kredite an Unternehmen gelten jene an Staaten noch immer nicht als riskant.

„Wenn sich die Kreditvergabe endlich normalisieren soll, dürfen Staatsanleihen nicht weiter bevorzugt werden“, sagt IW-Direktor Michael Hüther. Zudem sind es die profitablen Banken, die Kredite an die Wirtschaft vergeben. Negativzinsen belasten ihre Ertragskraft und damit auch die Kreditvergabe – schließlich können Banken Negativ-Zinsen kaum an ihre Kunden weitergeben. „Eine Geldpolitik der Negativzinsen ist kontraproduktiv“, stellt Hüther klar. Zudem würden dauerhafte Niedrig- oder Negativzinsen Ersparnisse und die Altersvorsorge langfristig gefährden.

IW policy paper

Michael Hüther / Markus Demary: IW Monetary Outlook December 2015 – Weak Credit Growth Hinders Eurozone Inflation to Increase

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EZB: Geldpolitik braucht klare Grenzen
IW-Nachricht, 15. August 2017

Markus Demary EZB: Geldpolitik braucht klare GrenzenArrow

Zu Recht hat das Bundesverfassungsgericht heute Zweifel an der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank geäußert und den Europäischen Gerichtshof erneut um Prüfung gebeten. Diesmal geht es um das Public Sector Purchase Program (PSPP), in dessen Rahmen die EZB bereits Anleihen im Wert von 1,6 Billionen Euro erworben hat. Die Grenzen der Wertpapierkäufe müssen dringend konkretisiert werden. mehr

7. Juli 2017

Michael Grömling Arbeitskräftemangel bremst Wachstum aus Arrow

Wie wird sich die deutsche Wirtschaftsleistung im demografischen Wandel entwickeln? Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat dies bis ins Jahr 2035 vorausberechnet. Demnach wird die Produktivität zwar weiter steigen, doch die sinkende Zahl der Erwerbstätigen dämpft das Wachstum spürbar. mehr auf iwd.de

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Pressemitteilung, 6. Juli 2017

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Deutschland geht es derzeit wirtschaftlich gut. Doch der demografische Wandel stellt Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vor eine ganze Reihe struktureller Herausforderungen. Wie verhindert werden kann, dass das Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahrzehnten dennoch nicht einbricht, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer groß angelegten Studie. mehr