Wohnungsmarkt Ost und West Image
Wohnungsmärkte in Ost- und Westdeutschland: Die Gemeinsamkeiten sind unverkennbar - die Unterschiede ebenso. Foto: Photofranz56/Fotolia

Einige Unterschiede gibt es allerdings weiterhin: Im Osten der Republik existieren auch heute noch mehr Altbauten, die vor 1948 errichtet wurden. Zugleich lag das Neubauvolumen im Westen bei zuletzt 29 Prozent, im Osten nur bei 17 Prozent. Zwar stehen in Ostdeutschland mittlerweile weniger Wohnungen leer als Ende der 1990er-Jahre, behoben ist das Problem jedoch nicht: 2010 lag der Anteil leerstehender Wohnungen in Ostdeutschland bei knapp 12, in Westdeutschland bei 8 Prozent. Und auch die Wohneigentumsquote war zuletzt mit knapp 35 Prozent im Osten deutlich geringer als im Westen (49 Prozent).

Grundsätzlich ähneln sich die Wohnungsmärkte in den neuen und den alten Bundesländern gleichwohl, sagt IW-Immobilienökonom Michael Voigtländer. Sowohl in den neuen als auch in den alten Bundesländern gibt es neben Wachstumszentren schrumpfende Regionen, denn immer mehr Menschen zieht es in die Großstädte. Zugleich steigen nicht nur in den westdeutschen, sondern auch in vielen ostdeutschen Metropolen die Preise aufgrund von Wohnungsmangel, etwa in Dresden, Potsdam und Berlin. Der demografische Wandel verstärkt diesen Trend. Sein Fazit: „Investoren, Wohnungspolitiker und Öffentlichkeit sollten weniger zwischen Ost und West differenzieren, sondern vielmehr zwischen wachsenden und schrumpfenden Regionen“, so Voigtländer.

Die Studie wurde in Kooperation mit der Schwäbisch Hall Stiftung bauen-leben-wohnen erstellt.

IW policy paper in Kooperation mit der Schwäbisch Hall Stiftung bauen-leben-wohnen

Ralph Henger / Michael Voigtländer: Vereint in regionalen Unterschieden – Der deutsche Wohnungsmarkt 25 Jahre nach der Wiedervereinigung

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Ansprechpartner

Ideen für eine bessere Wohnungspolitik
Gutachten, 16. Oktober 2017

Michael Voigtländer / Ralph Henger Ideen für eine bessere WohnungspolitikArrow

Die Mieten und Preise in den Großstädten steigen stetig weiter und belasten zunehmend die Haushalte. Ursächlich hierfür ist ein starker Zuzug in die Städte und eine zu geringe Bautätigkeit. Um den Markt wieder zu entspannen, bedarf es daher einer deutlichen Ausweitung der Bautätigkeit, etwa über die Erschließung neuer Stadtviertel. Allerdings braucht dies Zeit, weshalb alternative Konzepte benötigt werden. mehr

Wohngeld
IW-Nachricht, 5. Oktober 2017

Ralph Henger / Judith Niehues Das Wohngeld muss zukunftsfest werden Arrow

Nach der Erhöhung des Wohngeldes ist die Zahl der Wohngeldempfänger zuletzt deutlich angestiegen. Das hat das Statistische Bundesamt heute berichtet. Die Reform im vergangenen Jahr war überfällig, reicht aber längst nicht aus. Das Wohngeld sollte weiter gestärkt werden. mehr

IW-DREF-Studentenwohnpreisindex
Gutachten, 2. Oktober 2017

Philipp Deschermeier / Björn Seipelt / Michael Voigtländer StudentenwohnpreisindexArrow

Die stetige Zunahme der Studentenzahlen sowie der Zuzug anderer Bevölkerungsgruppen aus dem In- und Ausland haben zu einer deutlichen Verschärfung der Situation am Wohnungsmarkt geführt. Die Folge sind teils rasant steigende Wohnkostenbelastungen, wie der neue Studentenwohnpreisindex des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und der Deutschen Real Estate Funds in Kooperation mit ImmobilienScout24 zeigt. mehr