Neukölln – lange als Berlins Problembezirk abgeschrieben – ist heute das Hipsterquartier der Hauptstadt. Dementsprechend sind die Angebotsmieten, also die in neuen Inseraten ausgewiesenen Mietpreise, in den vergangenen fünf Jahren stark gestiegen: Zählte Neukölln bei den Angebotsmieten damals noch zu den günstigsten 40 Prozent Berlins, gehört der Bezirk heute zu den teuersten 20 Prozent.

Das Beispiel zeigt: Innerhalb kurzer Zeit kann sich die Bewertung einer Wohnlage deutlich verändern. Die Mietpreisbremse trägt dieser Dynamik allerdings in keiner Weise Rechnung. Demnach darf die Miete bei Neuvergabe einer Wohnung maximal 10 Prozent über der „ortsüblichen Vergleichsmiete“ liegen. Das Problem: Die Daten dieser Vergleichsmieten sind bis zu vier Jahre alt. „Heute angesagte Gegenden sind in den Mietspiegeln vielleicht noch als sozialer Brennpunkt eingepreist. Die Vermieter können also längst nicht so viel für ihre Wohnungen verlangen, wie gerechtfertigt wäre“, erklärt IW-Immobilienexperte Philipp Deschermeier. Eine mögliche Folge: Investoren werden verschreckt und Vermieter verkaufen ihre Immobilien lieber als Eigentumswohnungen, wodurch es immer weniger Mietwohnungen gibt. Um das zu verhindern, fordert das IW Köln von der Politik, den Mietspiegel mindestens alle zwei Jahre anhand aktueller Daten und angemessener Klassifikationen der Lage neu zu berechnen.

Für ihre Analyse werteten die IW-Forscher die innerstädtischen Mietangebote von Köln und Berlin zwischen 2008 und 2014 aus. Dafür nutzten sie Daten der Internetplattform ImmobilienScout24.

Berlin: Neukölln zieht am stärksten an

In Inseraten durchschnittlich verlangte Mieten je Quadratmeter in Euro und durchschnittliche Steigerungen seit 2010 in den Berliner Stadtteilen (Berühren Sie die Stadtteile, um mehr zu erfahren)

Für die Stadtteile ohne Werte war die Zahl der Inserate zu klein. Diese Karte können Sie kostenlos auf Ihrer Website einbetten. Schicken Sie eine Mail an onlineredaktion <AT> iwkoeln.de

Berlin: Teurer Stadtkern

Einteilung der Stadt Berlin in Fünftel – von günstig bis teuer – und die Veränderung seit 2010

Dieses Video können Sie kostenlos auf Ihrer Website einbetten. Schicken Sie eine Mail an onlineredaktion <AT> iwkoeln.de

Die teuersten Ecken der Hauptstadt
Durchschnittliche Angebotsmieten in den Berliner Stadtvierteln pro Quadratmeter in Euro 2014
1. Mitte 12,58
2. Hansaviertel 11,61
3. Grunewald 11,53
4. Tiergarten 11,37
5. Kreuzberg 11,28
6. Dahlem 10,92
7. Friedrichshain 10,65
8. Charlottenburg 10,55
9. Prenzlauer Berg 10,35
10. Halensee 10,31
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Köln: Linksrheinisch kostet mehr

In Inseraten durchschnittlich verlangte Mieten je Quadratmeter in Euro und durchschnittliche Steigerungen seit 2010 in den Kölner Stadtteilen (Berühren Sie die Stadtteile, um mehr zu erfahren)

Für die Stadtteile ohne Werte war die Zahl der Inserate zu klein. Diese Karte können Sie kostenlos auf Ihrer Website einbetten. Schicken Sie eine Mail an onlineredaktion <AT> iwkoeln.de

Köln: Teure Veedel, günstige Veedel

Einteilung der Stadt Köln in Fünftel – von günstig bis teuer – und die Veränderung seit 2010

Dieses Video können Sie kostenlos auf Ihrer Website einbetten. Schicken Sie eine Mail an onlineredaktion <AT> iwkoeln.de

Die teuersten Viertel Kölns
Durchschnittliche Angebotsmieten in den Kölner Stadtvierteln pro Quadratmeter in Euro 2014
1. Lindenthal 11,53
2. Altstadt/Süd 11,47
3. Neustadt/Süd 11,45
4. Neustadt/Nord 11,40
5. Braunsfeld 11,37
6. Altstadt/Nord 11,29
7. Sülz 11,16
8. Marienburg 11,02
9. Bayenthal 11,01
10. Klettenberg 10,74
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

IW policy paper

Philipp Deschermeier / Heide Haas: Mietpreisdynamik in Köln und Berlin

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

Der Crash bleibt aus
IW-Kurzbericht, 15. September 2017

Michael Voigtländer / Jan Hebecker Immobilien-Index: Der Crash bleibt ausArrow

Die Unternehmen sind sich sehr sicher: Ein Crash in den nächsten zwei Jahren ist nicht zu erwarten, weder im Wohnungsmarkt noch im Gewerbeimmobilienmarkt. Und auch ansonsten schätzen die Unternehmen die Lage und auch die Aussichten als sehr gut ein. Im Vergleich zum Vorquartal hat sich die ohnehin sehr gute Stimmung sogar noch weiter verbessert. mehr

Perspektiven für private Kleinvermieter
Presseveranstaltung, 13. September 2017

Pressegespräch mit Livestream Perspektiven für private KleinvermieterArrow

Deutschland ist traditionell eine Mieternation, knapp 55 Prozent aller Haushalte hierzulande leben in einer gemieteten Wohnung. Die überwiegende Mehrheit aller Mietwohnungen wird von sogenannten Kleinvermietern angeboten, also Haushalten, die sich nicht hauptberuflich mit der Vermietung von Wohnungen und Gewerbeflächen beschäftigen. mehr

Private Vermieter: Aus allen Schichten
Pressemitteilung, 13. September 2017

Michael Voigtländer / Björn Seipelt Private Vermieter: Aus allen SchichtenArrow

Anders als häufig gedacht, sind Vermieter von Wohnungen und Häusern nicht immer auch reich, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Tatsächlich werden die meisten Mietwohnungen in Deutschland von privaten Kleinvermietern angeboten. mehr