Wohnen für Studenten Image
Für Studenten wird es immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Die Mieten steigen seit Jahren stark an. Foto: SolStock/iStock

In den deutschen Großstädten wird es eng: Studenten konkurrieren mit jungen Berufstätigen und Rentnern um bezahlbare, kleine Wohnungen – und die Studenten drohen aufgrund geringerer Einkommen zu verlieren, wie der Studentenwohnpreisindex zeigt.

Demnach sind die Mieten für Studentenwohnungen seit 2010 nirgends so stark gestiegen wie in Berlin, nämlich um 37 Prozent. Auf Platz zwei liegt mit Osnabrück – plus 25 Prozent – eine der kleineren Studentenstädte. „Dafür ist vor allem die zu geringe Bautätigkeit verantwortlich“, erklärt IW-Immobilienökonom Philipp Deschermeier. In kleineren Städten schlägt die hohe Nachfrage – aufgrund steigender Studentenzahlen und Zuwanderung – tendenziell stärker auf die Mieten durch als in Metropolen. Doch auch München (plus 25 Prozent) und Stuttgart (plus 21 Prozent) haben stark zugelegt. In Frankfurt, Bonn und Heidelberg fiel der Anstieg mit 8 bis 14 Prozent moderat aus.

Deutschlandweit bleibt München das teuerste Pflaster: Studenten müssen in der bayerischen Landeshauptstadt für eine typische Studentenwohnung – 30 Quadratmeter, Einbauküche und nah an der Uni – durchschnittlich 615 Euro Warmmiete zahlen. Am günstigsten ist Leipzig mit 316 Euro. Berlin liegt mit 407 Euro im Mittelfeld.

„Die studentischen Einkommen können da kaum noch mithalten“, warnt IW Immobilienexperte Michael Voigtländer. „Die Kommunen müssen endlich handeln und vor allem mehr Bauland ausweisen.“ Auch sollte das Baurecht dereguliert werden, damit Investoren leichter in den Wohnungsmarkt einsteigen können. Nur wenn die Zahl der Wohnungen steigt, wird sich der Markt zumindest etwas entspannen. „Auch die kleineren Studentenstädte sind aufgrund der aktuellen Entwicklung für Investoren sehr attraktiv“, betont Felix Bauer, CEO der Deutsche Real Estate Funds.

Video: Werden Mieten bald zum Bildungshemmnis?

Interaktive Grafik: Die Miete geht ins Geld

Monatswarmmiete in Euro im Jahr 2016 für drei universitätsnahe Musterwohnungen für Studenten

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW)

Die Karte und das Video können Sie kostenlos auf Ihrer Webseite einbetten. Schreiben Sie onlineredaktion <AT> iwkoeln.de

IW-Trends

Philipp Deschermeier / Björn Seipelt: Ein hedonischer Mietpreisindex für studentisches Wohnen

IconDownload | PDF

Gutachten for Deutsche Real Estate Funds in Cooperation with ImmobilienScout24

Philipp Deschermeier / Björn Seipelt: A Hedonic Rent Index for Student Housing in Germany – Survey on 15 Metropolitan and Student Cities

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

Veranstaltung
Veranstaltung, 22. Juni 2017

Symposium Zeit für mehr Wohneigentum?!?Arrow

Angesichts niedriger Zinsen und eines vermehrten privaten Vorsorgebedarfs hat das Wohneigentum an Attraktivität gewonnen. Gleichzeitig gibt es aber Sorgen über eine Überhitzung des Wohnungsmarktes. mehr

Gutachten, 20. Juni 2017

Ralph Henger / Michael Voigtländer / Sarah Daniel Immobilienpolitik 2017 – Die Wahlprogramme im VergleichArrow

Der Abbau von Regulierungshemmnissen ist der beste Weg, um Investitionen in den Bestand und den Neubau anzukurbeln und die dringend erforderliche Entlastung vieler Immobilienmärkte in Großstädten und Ballungsregionen voranzutreiben. Dies geht aus dem Gutachten für den ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss hervor. mehr

IW-Kurzbericht, 19. Juni 2017

Philipp Deschermeier / Ralph Henger / Björn Seipelt / Michael Voigtländer Wohnungsmangel in den Städten, Leerstand auf dem LandArrow

Bautätigkeit und Baubedarf fallen in Deutschland räumlich auseinander. Während es in allen Großstädten an Wohnungen mangelt, werden in vielen ländlichen Regionen deutlich zu viele Einfamilienhäuser gebaut. Dies zeigt die Baubedarfsanalyse des IW Köln für den Zeitraum 2011 bis 2015. mehr