Der demografische Wandel lässt viele deutschen Regionen seit Jahren schrumpfen, darunter leiden besonders die neuen Bundesländer. Zuwanderer aus dem Ausland könnten dem entgegenwirken und gleichzeitig die wirtschaftliche Entwicklung der Regionen vorantreiben. Allerdings lassen sich Zuwanderer in Ostdeutschland kaum nieder, zeigt die neue IW-Studie: Die meisten von ihnen zieht es in wirtschaftsschwächere Städte in Westdeutschland. 

Ostdeutschland schrumpft, das Ruhrgebiet wächst

So ist beispielsweise die Bevölkerungszahl des Kreises Anhalt-Bitterfeld innerhalb von fünf Jahren um fast 3,6 Prozent geschrumpft, die Nettozuwanderung von Ausländern betrug im gleichen Zeitraum gerade einmal 1,6 Prozent der Bevölkerung. Duisburgs Einwohnerzahl wiederum ist aufgrund einer Ausländer-Nettozuwanderung von mehr als sechs Prozent insgesamt um rund 2,3 Prozent gewachsen. 

Großer Integrationsbedarf

Die IW-Studie unterscheidet zwischen drei Typen von Regionen: Großstädte wie Hamburg, Berlin und Köln ziehen alle Zuwanderer gleichermaßen an. Darüber hinaus gibt es Regionen, die vor allem erwerbstätige Zuwanderer gewinnen, beispielsweise Stuttgart, Rhein-Neckar oder Rhein-Main. Problematisch wird es beim dritten Typ: Das sind Regionen, in denen sich vor allem Zuwanderer niederlassen, die einen großen Integrationsbedarf haben. Das betrifft unter anderem große Teile des Ruhrgebiets. 

Unbekanntes Land

„Deutschland ist weit entfernt von einer gleichmäßigen Verteilung der Zuwanderung“, sagt Studienautor Wido Geis-Thöne. Er fordert mehr Regionalmarketing in ländlichen Regionen: So sind viele deutsche Gebiete im Ausland weitgehend unbekannt. „Darüber hinaus brauchen wir ansprechende Informationen für zuwanderungsinteressierte Fachkräfte“, sagt Geis-Thöne. Regionen, die vor allem Zuwanderer mit hohem Integrationsbedarf anziehen, brauchen wiederum mehr Unterstützung von Bund und Ländern, beispielsweise um Sprachkurse anbieten zu können.