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Jahrelang haben Bund und Länder zu wenig Geld in die Infrastruktur gesteckt. Das gefährdet den künftigen Wohlstand. Foto: fanjianhua/iStock

Seit Jahren stecken Bund und Länder zu wenig Geld in die Infrastruktur. Gesperrte Autobahn- und Eisenbahnbrücken, Schleusen aus der Kaiserzeit, aber auch fehlende Glasfasernetze sind die Folge. Inzwischen ziehen zumindest die Investitionen des Bundes wieder an. Im Jahr 2018 sollen rund 14 Milliarden Euro in die Bundesverkehrswege fließen, ein neuer Rekord. Doch schon 2019 ist wieder ein leichter Rückgang abzusehen. „Wenn wir die Defizite aufholen wollen, brauchen wir aber langfristig steigende Investitionen“, erklärt IW-Wissenschaftler Thomas Puls.

Doch Geld ist nur das eine Problem, fehlende Fachkräfte ein anderes. Viele Ämter haben jahrelang keine neuen Bauingenieure eingestellt. Jetzt haben sie zu wenig Personal, um die vorhandenen Gelder abzurufen und Arbeiten auszuführen. „Mehr Geld allein reicht nicht, wir müssen auch die Strukturen in den Ämtern erneuern“, sagt Puls.

Damit könnte die zukünftige Regierung auch dafür sorgen, dass Unternehmen wieder mehr Geld in die Hand nehmen. Denn die reagieren auf die vielen Probleme mit Sparsamkeit. So hält sich fast jedes fünfte Unternehmen aufgrund der schlechten Infrastruktur mit Investitionen zurück, zeigt die IW-Studie. Die hohen Energiepreise sind für rund 36 Prozent der größeren Unternehmen ein Grund, Investitionen zu verschieben. Zudem müssen die Unternehmen in Deutschland mit bis zu 30 Prozent besonders hohe Steuern zahlen. Der EU-Schnitt liegt bei 21,5 Prozent. Das größte Hindernis aber sind Regulierungen und die starre Bürokratie – für mehr als jede zweite befragte Firma ist dies eine Investitionsbremse. Außerdem sind in der vergangenen Legislaturperiode die Belastungen durch Mindestlohn und neue Rentenregelungen sogar noch gestiegen. „Hier muss die Regierung dringend handeln und Prozesse wieder verschlanken, um den künftigen Wohlstand zu sichern“, sagt Puls.

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