Bitte noch einmal nachjustieren Image
Das Finanzministerium muss die Erbschaftssteuer besser einstellen. Quelle: Vladimir Koletic Fotolia

Künftig – so sieht es der Entwurf zur Lohnsummenprüfung vor – sollen alle Erben von Unternehmen mit mehr als drei Mitarbeitern nachweisen, dass sie die Arbeitsplätze weitgehend erhalten, wenn sie bei der Erbschaftssteuer verschont werden wollen. Laut IW Köln würden die bestehenden Regelungen damit unnötig verschärft. Der Gegenvorschlag: Ein Grenzwert von fünf Mitarbeitern würde immer noch dafür sorgen, dass sich mehr als dreimal so viele Unternehmen wie bisher der Prüfung unterziehen müssen. „Das sollte die Vorgaben der Bundesrichter erfüllen“, sagt IW-Steuerexperte Tobias Hentze. Für die rund 140.000 Unternehmen mit vier oder fünf Mitarbeitern, die im Erbfall betroffen wären, und vor allem auch für die Finanzverwaltung würde der höhere Grenzwert indes eine spürbare Entlastung bedeuten.

Überschreitet der Wert des vererbten Unternehmensanteils die Schwelle von 20 Millionen Euro, soll das Finanzamt künftig zudem prüfen, ob der Erbe die Steuer auf sein Neu-Vermögen zahlen kann, ohne damit den Fortbestand der Firma zu gefährden. Die IW-Analyse zeigt allerdings, dass das gültige Bewertungsgesetz den Unternehmenswert konsequent überbewertet. Der Gesetzgeber müsse den Grenzwert mindestens auf 50 Millionen Euro festsetzen, wenn er einen echten Marktwert von 20 Millionen Euro im Blick habe. „Ansonsten berücksichtigt der Gesetzgeber nicht, dass Unternehmen nach geltendem Recht enorm überbewertet werden – was in der Fachwelt mittlerweile unstrittig ist. Zudem berücksichtigt der Referentenentwurf keinerlei Inflationserwartungen“, erläutert Hentze.

IW policy paper

Ralph Brügelmann / Tobias Hentze: Der Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums zur Reform des Erbschaft- und Schenkungssteuergesetzes

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

Gutachten
Gutachten, 17. Juli 2017

Tobias Hentze Szenarien für ein Ende des SolidaritätszuschlagsArrow

Der im Jahr 1991 erstmals eingeführte Solidaritätszuschlag sollte kurzfristige Mehrausgaben für den Golfkrieg und den Aufbau Ost finanzieren. Mehr als 26 Jahre später besteht der Solidaritätszuschlag allerdings immer noch. Mit Ablauf des Jahres 2019 entfällt für die Politik jedoch das letzte Argument, sich an die Einnahmen aus dem Solidaritätszuschlag zu klammern. mehr

14. Juli 2017

Tobias Hentze Steuerloch mit AnsageArrow

Wenn ab Mitte der 2020er Jahre die Babyboomer in den Ruhestand gehen, schlägt sich das auch in sinkenden Einnahmen aus der Einkommenssteuer nieder. Weil gleichzeitig die staatlichen Ausgaben steigen, muss die Politik zügig handeln. mehr auf iwd.de

Gastbeitrag, 10. Juli 2017

Tobias Hentze auf n-tv.de Schwarze Null – sonst nichtsArrow

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kann mit der ablaufenden Legislaturperiode zufrieden sein, die schwarze Null ist zweifelsfrei ein Erfolg - auch wenn ihm dabei das Glück zur Seite stand. Davon abgesehen war die Finanz- und Steuerpolitik der Großen Koalition ziemlich uninspiriert. Ein Gastkommentar von Tobias Hentze, Senior Economist beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln. mehr