Die IW Consult, eine Tochterfirma des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), hat sich nicht nur die absolute Höhe der Arbeitslosenzahlen in den einzelnen Regionen angeschaut, sondern vor allem die Veränderungen bei den Quoten zwischen 2008 und 2013. Ergebnis: Während die Arbeitslosenquote in Westdeutschland seit 2008 im Schnitt nur um 0,4 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent zurückging, fiel sie in Ostdeutschland um 2,8 Punkte auf 10,3 Prozent.

Dieser Rückgang taugt jedoch nur bedingt als Erfolgsmeldung. Denn die Zahl der Beschäftigten ist in den ostdeutschen Flächenländern nur um 3,6 Prozent gestiegen – also deutlich geringer als im Bundesdurchschnitt mit 6,6 Prozent. Die sinkenden Arbeitslosenzahlen bei einem nur unterdurchschnittlichen Beschäftigungszuwachs lassen sich durch die demografische Entwicklung erklären. Noch immer verlassen viele Menschen im erwerbsfähigen Alter den Osten; zwischen 2008 und 2012 waren es ohne Berlin per saldo mehr als 130.000.

Unterschiedliche Trends zeigen sich auch in Westdeutschland. Vor allem in einigen Städten und Kreisen Nordrhein-Westfalens und des Saarlands sind die Arbeitslosenquoten gestiegen. Gerade die früheren Kohle- und Stahlregionen kämpfen noch immer mit dem wirtschaftlichen Strukturwandel. Bemerkenswert sind zudem die gegenläufigen Trends im wirtschaftsstarken Süden Deutschlands. So lag die Erwerbslosenquote in den Städten und Kreisen Baden-Württembergs 2013 mit durchschnittlich 4,1 Prozent in etwa auf demselben Niveau wie 2008. Dagegen sank die Quote in Bayern nochmals um fast einen halben Prozentpunkt auf 3,8 Prozent.

Im Osten sinkt die Arbeitslosenquote ...

Veränderung der Arbeitslosenquote von 2008 bis 2013

... aber auf hohem Niveau

Anteil der Arbeitslosen an den zivilen Erwerbspersonen 2013

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8. Mai 2017

Michael Grömling Konjunkturprognose: Beschäftigung erreicht neuen RekordArrow

Bereits seit 2013 wächst die deutsche Wirtschaft fast ununterbrochen – und das wird vorerst auch so bleiben. Zwar schwächt sich das Wachstum 2017 laut IW-Prognose ein bisschen ab, doch das hat vor allem statistische Gründe. Besonders erfreulich: In diesem und im nächsten Jahr werden insgesamt eine Million neue Arbeitsplätze entstehen und die Beschäftigung auf ein neues Rekordniveau hieven. mehr auf iwd.de

Berliner Gespräche Frühjahrstagung 2017
Veranstaltung, 27. April 2017

Berliner Gespräche Frühjahrstagung 2017 20 Jahre nach der Ruck-Rede: Wie der „kranke Mann Europas“ geheilt wurde – und wie er gesund bleibtArrow

„Durch Deutschland muss ein Ruck gehen“, forderte Roman Herzog vor 20 Jahren. Seit langem gilt diese Rede als wichtiger Impuls für jenen politischen Reformprozess, der eine wesentliche Grundlage des heutigen Erfolges ist. Auf unserer Frühjahrstagung möchten wir mit Ihnen diskutieren, wie der nächste Ruck aussehen könnte, der durch Deutschland gehen muss. mehr