Zu den Niedriglöhnern gehört hierzulande, wer aktuell weniger als 9 Euro brutto pro Stunde verdient. Das traf 2010 auf rund 22 Prozent der Beschäftigten in der Bundesrepublik zu. Zwar ist dieser Anteil seit dem Jahr 2007 leicht rückläufig, doch im Vergleich zu 1997 sind das 5 Prozentpunkte mehr. In die Armut abgerutscht sind dadurch trotzdem die Wenigsten, im Gegenteil: Durchschnittlich knapp 59 Prozent der ehemals armutsgefährdeten Personen, die einen Niedriglohnjob aufnahmen, schafften es, dadurch aus ihrer prekären Lage herauszukommen. Und auch andersherum gilt: Die meisten Menschen, die vor ihrem Eintritt in den Niedriglohnsektor nicht arm waren, wurden das auch später mit dem Job nicht. Lediglich gut 6 Prozent der zuvor nicht armen Personen, die in einen Niedriglohnjob wechselten, hatten nach ihrer Arbeitsaufnahme mit Armutsproblemen zu kämpfen.

Holger Schäfer, Jörg Schmidt
Der Niedriglohnsektor in Deutschland – Entwicklung, Struktur und individuelle Erwerbsverläufe
IW-Analysen Nr. 77, Köln 2012, 62 Seiten, 18,90 Euro.
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