Wie es um die Eurozone steht Image
Quelle: anastasios71 - Fotolia

Der Wert des Krisenmonitors liegt für jede Euro-Nation vom ersten Quartal 2000 bis zum zweiten Quartal 2014 vor. Grundlage des Kennwerts sind die jeweilige Arbeitslosenquote, das BIP sowie die Staatsverschuldung pro Kopf und das Zinsniveau auf Staatsanleihen in Prozent. Denn die IW-Wissenschaftler konnten zeigen, dass bislang nur diese vier Variablen die Wahrscheinlichkeit signifikant beeinflusst haben, dass ein Land Hilfen des EU-Rettungsschirms in Anspruch nehmen musste.

Laut Krisenmonitor hat sich die Situation in Griechenland, Irland und Portugal seit dem Höhepunkt der Krise verbessert – der Indexwert ist gesunken. In Spanien steigt er zwar schon seit längerem nicht weiter an, geht aber auch nicht merklich zurück. In Zypern verschlechtert sich die Situation laut Monitor von Quartal zu Quartal.

Für die drei größten Volkswirtschaften der Eurozone zeigt der IW-Krisenmonitor unterschiedliches Gefährdungspotenzial. Italien befindet sich mit Blick auf die relevanten Kennzahlen bereits seit 2012 in Schwierigkeiten. Für die beiden EU-Schwergewichte Deutschland und Frankreich wird indes deutlich, wie stark sich die beiden Länder – einst auf gleichem Niveau startend – auseinander entwickelt haben: Frankreich nähert sich der Gefährdungszone des Krisenmonitors zügig an.

Mit diesen Erkenntnissen im Hinterkopf empfehlen die IW-Experten, dass sowohl die Krisenländer als auch Italien und Frankreich die dringend nötigen Reformen weiter umsetzen, um einer Destabilisierung des gesamten Währungsraums entgegenzuwirken.

Krisenmonitor

Je höher der Wert, desto größer das Krisenpotenzial. In den grau eingezeichneten Grenzen mussten die Krisenstaaten Hilfen in Anspruch nehmen.

Die wirtschaftliche Stärke einer Volkswirtschaft wird anhand von vier Indikatoren geprüft: Bruttoinlandsprodukt und Staatsschulden pro Einwohner, Arbeitslosenquote sowie Zinsen auf Staatsanleihen. Diese vier Variablen werden dann entsprechend ihrer Bedeutung gewichtet und in einem Wert zusammengefasst.

Diese Grafik können Sie kostenlos auf Ihrer Website einbetten. Schicken Sie eine Mail an onlineredaktion <AT> iwkoeln.de

IW policy paper

Henry Goecke: IW-Krisenmonitor

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

24. März 2017

Interview „Der Braindrain ist das größte Problem“Arrow

Am Sonntag wählt Bulgarien, das ärmste EU-Mitgliedsland, ein neues Parlament. Galina Kolev, IW-Expertin im Kompetenzfeld Internationale Wirtschaftsordnung und Konjunktur, wurde in der bulgarischen Hauptstadt Sofia geboren. Mit dem iwd sprach Sie über die Probleme und Chancen ihres Heimatlands. mehr auf iwd.de

24. März 2017

Europäische Union 60 Jahre Römische VerträgeArrow

Die Europäische Union blickt auf 60 Jahre wirtschaftliche Zusammenarbeit zurück. Ansätze einer politischen Integration sind sogar noch älter, scheiterten aber am französischen Parlament. Mittlerweile wäre es allerdings an der Zeit, in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik enger zu kooperieren. mehr auf iwd.de

iwd, 22. März 2017

EU 60 years Treaty of RomeArrow

The European Union looks back on 60 years of economic cooperation. The first attempts to political integration are even older, but failed in the French parliament. Currently, however, closer cooperation in security and defense policy is urgently needed. mehr