Neuer Index zur Familienfreundlichkeit Image
Familien geht es in Deutschland deutlich besser als noch vor zehn Jahren. Foto: PeopleImages/iStock

Familienpolitik kann unterschiedliche Ziele verfolgen: Kinder sollen sich gut entwickeln, Familien sollen genug Geld haben und Eltern soll die Möglichkeit eingeräumt werden, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Der Staat kann das über verschiedene Stellschrauben steuern – vom Kindergeld über Steuererleichterungen bis zur Elternzeit. Die möglichen Staatseingriffe sind jedoch so vielfältig, dass ein internationaler Vergleich schwer fällt. Den ermöglicht nun das IW Köln mit seinem Familienfreundlichkeitsindex.

Dieser zeigt, dass sich die Lage für Familien in Deutschland in den vergangenen Jahren wesentlich verbessert hat. 2005 schnitt Deutschland im europäischen Vergleich lediglich bei den Geldleistungen gut ab, inzwischen sind auch die Betreuung besser und die bezahlte und vorbehaltene Elternzeit umfassender geworden. Gleichzeitig gehen mehr Frauen arbeiten, und Familien sind wirtschaftlich stabiler aufgestellt als noch vor zehn Jahren. Im europäischen Vergleich geht es Kindern in Deutschland am viertbesten.

Um an die Spitze zu kommen, bleibt allerdings noch einiges zu tun. „Trotz großer Fortschritte ist unsere Kinderbetreuung nicht so gut wie etwa in Skandinavien“, sagt Wido Geis, Familienexperte des IW Köln. Insbesondere fehlen weiterhin Ganztagsangebote für Schulkinder, sodass der Schuleintritt für erwerbstätige Eltern zu einer Herausforderung werden kann. Das IW Köln fordert daher, zügig flächendeckend Ganztagsschulen zu eröffnen, deren Betreuungszeiten die typischen Arbeitszeiten von Eltern abdecken. Hingegen könne Deutschland bei den Geldleistungen sparen. Bis zu 2.137 Euro zahlt der deutsche Staat für ein Kind pro Jahr – nur Luxemburg gibt mehr. „Würden die Leistungen zielorientierter gestaltet und besser miteinander verzahnt, könnten mit dem gleichen Einsatz an Geld bessere Ergebnisse erzielt werden“, so Familienexperte Geis.

IW policy paper

Wido Geis: Familienfreundlichkeit in Europa heute – Stärken und Schwächen Deutschlands. Aktueller Stand und Entwicklung

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18. Oktober 2017

Sarah Pierenkemper Weibliche Flüchtlinge gezielt integrieren Arrow

Die Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt ist eine große Herausforderung – das gilt vor allem für weibliche Flüchtlinge. Denn zu den vielen Aufgaben, die Migranten in Deutschland meistern müssen, kommt für den Großteil der Frauen noch etwas Spezifisches hinzu: die Vereinbarkeit von familiären und beruflichen Pflichten. mehr auf iwd.de

Gutachten, 4. Oktober 2017

Wido Geis / Bernhard Koldert / Axel Plünnecke / Michael Thöne Kosten und Nutzen lokaler FamilienzeitpolitikArrow

Zeit ist ein entscheidender Faktor dafür, wie gut das Familienleben gelingt. Kommt es zu Zeitkonflikten und Stress, schadet das nicht nur den betroffenen Personen selbst, sondern belastet die Familie als Ganzes. Zudem führen Zeitkonflikte häufig dazu, dass insbesondere Mütter nicht im von ihnen gewünschten Umfang erwerbstätig werden und ihre berufliche Entwicklung vorantreiben können. mehr