Brexit bremst britisches BIP Image
Der britischen Wirtschaft drohen bei einem Brexit schwere Verluste. Auch das politische Klima in Europa könnte rauer werden. Foto: monitor6/iStock

Wirtschaftspolitische Analysen zu einem möglichen Brexit reichen von deutlichen Vorteilen für die Briten bis hin zu starken Einbußen. Allerdings werden die Vorteile der ökonomischen Verzahnung zwischen Großbritannien und der übrigen EU oft nur unzureichend erfasst, warnen die IW-Experten nach einer Auswertung verschiedener Studien. „Der wirtschaftliche Schaden für das Vereinigte Königreich könnte bei einem EU-Austritt höher ausfallen, als viele meinen“, sagt IW-Ökonom Jürgen Matthes.

Bei einem Austritt seien neue Handelsbarrieren und bürokratische Hindernisse für britische Unternehmen wahrscheinlich und Firmen könnten Arbeitsplätze auf den Kontinent verlagern. Zudem dient die Insel internationalen Unternehmen vor allem aus der Finanzbranche häufig als Sprungbrett in den europäischen Binnenmarkt – diese Funktion würde mit einem Austritt weitgehend verlorengehen. Diese und weitere Nachteile könnten in einem pessimistischeren Szenario zu einem langfristigen Einbruch der Wirtschaftsleistung in einer Größenordnung von 10 Prozent und mehr führen, folgern die IW-Ökonomen.

„Generell ist die britische Wirtschaft mehr von der EU abhängig als umgekehrt“, sagt IW-Experte Berthold Busch. Nach Berechnungen des IW Köln gehen circa 45 Prozent aller britischen Warenausfuhren und rund 38 Prozent aller Dienstleistungsexporte in den EU-Binnenmarkt. Bei den Verhandlungen über ein neues Abkommen mit der Union könnten die Briten nach einem Brexit somit schnell den Kürzeren ziehen. „Brüssel würde es den Briten alles andere als leicht machen, vorteilhafte Regelungen auszuhandeln – auch, um andere Staaten von einem EU-Austritt abzuschrecken“, warnt Busch.

IW-Report

Berthold Busch / Jürgen Matthes: Brexit – the economic impact – A meta study

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

The Future of Mercorsur: What’s at stake for the EU?
Veranstaltung, 16. Oktober 2017

Debate The Future of Mercorsur: What’s at stake for the EU?Arrow

The Cologne Institute for Economic Research (IW Köln) and the German Institute for International and Security Affairs – Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) are kindly inviting you to a jointly organised expert exchange on the on-going negotiations for a new trade agreement between the EU and Mercosur. mehr

11. Oktober 2017

Matthias Diermeier Wohlstand: Ohne die Hauptstadt meist geringerArrow

Berlin ist sexy, aber nach wie vor relativ arm – würde man die Hauptstadt und ihre Bewohner herausrechnen, wäre das deutsche Bruttoinlandsprodukt je Einwohner um 0,2 Prozent höher. Im übrigen Europa sieht das Bild jedoch ganz anders aus. mehr auf iwd.de

Eurozone
IW-Nachricht, 27. September 2017

Markus Mill / Jürgen Matthes Eurozone: Macron will zu vielArrow

Emmanuel Macrons Reformvorschläge für die Eurozone schießen über das Ziel hinaus. Sie sind mit Blick auf den Ausgang der Bundestagswahl unrealistisch und überambitioniert. Die Eurozone braucht zunächst ein gemeinsames Verständnis über die elementaren Kernfragen der Eurozone. mehr