Mindestlohn Image
Quelle: Fotolia

Dieser Wert liegt im internationalen Vergleich besonders hoch: In Frankreich beziehen rund 13 Prozent aller Arbeitnehmer einen Mindestlohn, in Großbritannien sind es lediglich 4 bis 5 Prozent. In Deutschland beträfe die Anhebung 63 Prozent der geringfügig Beschäftigten, 50 Prozent der Arbeitnehmer unter 25 Jahren und 24 Prozent der Frauen. Im Vergleich der Wirtschaftsbranchen zeigen sich deutliche Unterschiede: Während bei Banken und Versicherungen nur 7 Prozent der Beschäftigten für einen Stundenlohn unter 8,50 Euro arbeiten, liegt dieser Anteil im Gastgewerbe mit 60 Prozent deutlich höher.

Als ein Anti-Armutsinstrument, wie von der Politik immer wieder gefordert, eignet sich der Mindestlohn der Untersuchung zufolge kaum. Im Jahr 2011 waren nämlich nur 18 Prozent jener Personen einkommensarm, die einen Stundenlohn von unter 8,50 Euro haben. Sie verdienten also weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens. Dass Einkommensarmut unter Geringverdienern weniger verbreitet ist als vermutet, hat vor allem folgenden Grund: Viele von ihnen leben mit Partnern zusammen, die ein höheres Einkommen beziehen. Ein Mindestlohn würde also überwiegend Personen helfen, die gar nicht bedürftig sind. Auf der anderen Seite sind deutliche Jobverluste zu befürchten. Besonders benachteiligt wären junge Menschen, denen der Berufseinstieg spürbar erschwert wird.

Moritz Heumer / Hagen Lesch / Christoph Schröder
Mindestlohn, Einkommensverteilung und Armutsrisiko
IW-Trends 1/2013

Ansprechpartner

20. September 2017

Carsten Ruge Mehr Wirtschaft wagenArrow

Egal, welche Parteien nach der Bundestagswahl am 24. September die neue Regierung stellen, es wartet eine ganze Reihe Aufgaben auf sie. Die M+E-Industrie erhofft sich vor allem Maßnahmen, die den Wirtschaftsstandort Deutschland attraktiv halten. Dazu haben die Arbeitgeberverbände ein Positionspapier formuliert. mehr auf iwd.de

Pro und Contra Agenda 2010
Gastbeitrag, 7. September 2017

Michael Hüther und Gustav Horn auf chemie-arbeitgeber.de Pro und Contra Agenda 2010Arrow

Die Parteien diskutieren über Sinn und Nutzen der Arbeitsmarktreformen unter Gerhard Schröder. Die Chemie-Arbeitgeber haben IW-Direktor Michael Hüther und Gustav Horn, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung, um ihre Meinung zur folgenden Frage gebeten: Hat die Agenda 2010 die deutsche Wirtschaft besser und wettbewerbsfähiger gemacht? mehr

5. September 2017

Interview mit Hagen Lesch „Schwache Gewerkschaften bringen uns nicht weiter“Arrow

Die Gewerkschaften in Europa haben einen schweren Stand, in fast allen Ländern sinken die Mitgliederzahlen – zum Teil rapide. Warum das eine brisante Entwicklung ist, erläutert Hagen Lesch, Tarifexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, im iwd-Interview. mehr auf iwd.de