In der Debatte um steigende Mieten in Großstädten stehen immer häufiger die Vermieter in der Kritik: Ihnen wird vorgeworfen, die Wohnungsknappheit zu ihren Gunsten auszunutzen. In Berlin kämpft seit Monaten eine Bürgerinitiative sogar dafür, große private Wohnungsgesellschaften wie die Deutsche Wohnen zu enteignen – ein extremer Vorschlag, dessen Umsetzung das Vertrauen aller Investoren nachhaltig erschüttern könnte. Der Volksentscheid startet in dieser Woche. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat in einer aktuellen Studie untersucht, inwiefern sich kommunale, genossenschaftliche und private Vermieter in Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern unterscheiden. Das Kernergebnis: Alle drei Vermietergruppen renovieren in ähnlichen Umfängen und die Mieter sind ähnlich zufrieden, allerdings gibt es bei der Mietentwicklung erhebliche Unterschiede.

Große Unterschiede bei den Mieten

So sind die Mieten in kommunalen Wohnungen seit 2013 kaum gestiegen, auch in genossenschaftlichen Wohnungen gab es nur moderate Anstiege. Bei privaten Eigentümern und Wohnungsunternehmen sind die Mieten dagegen stärker gestiegen – die privaten Vermieter reagieren also am deutlichsten auf die Wohnungsknappheit. „Allerdings muss man sich auch klarmachen, dass durch die geringen Mietsteigerungen bei kommunalen Wohnungen dem Staat Einnahmen entgehen“, sagt IW-Immobilienökonom Michael Voigtländer. „Dieses Geld könnte bei der Finanzierung von Infrastruktur fehlen.“