„Auf die Finanzkrise lernend reagieren“ Image
Quelle: Fotolia

Im Interview mit dem iwd, dem wöchentlichen Informationsdienst des Instituts, betont Hüther aber auch, dass er die momentane Krise für einen heilsamen Prozess hält. Denn viele Länder seien mit ihrem Fehlverhalten zu lange durchgekommen. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, dass die Märkte das Fehlverhalten nicht mehr tolerieren. Entsprechend sei die konsequente Konsolidierung in den Defizitländern inklusive automatischer Sanktionen und Schuldenbremsen ohne Alternative: „Die Rettungsmechanismen EFSF und ESM signalisieren nicht nur Handlungsfähigkeit, sie füllen auch eine institutionelle Lücke in der Eurozone“, so der IW-Direktor.

Hüther stellt allerdings auch fest, dass es sich bei der Schieflage in Europa primär nicht um eine Euro-Krise, sondern um eine Krise der politischen Akteure in der Währungsunion handle. Die Kritik an der Wirtschaftsordnung selbst kann der IW-Direktor indes nicht nachvollziehen: „Es gibt jenseits der Grundsatzentscheidung zwischen Markt- und Planwirtschaft nicht die eine Wirtschaftsordnung. Wirtschaftsordnungen unterliegen Lernprozessen, sie verändern sich. Und auch heute müssen wir auf die Finanzkrise lernend reagieren.“

EZB: Geldpolitik braucht klare Grenzen
IW-Nachricht, 15. August 2017

Markus Demary EZB: Geldpolitik braucht klare GrenzenArrow

Zu Recht hat das Bundesverfassungsgericht heute Zweifel an der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank geäußert und den Europäischen Gerichtshof erneut um Prüfung gebeten. Diesmal geht es um das Public Sector Purchase Program (PSPP), in dessen Rahmen die EZB bereits Anleihen im Wert von 1,6 Billionen Euro erworben hat. Die Grenzen der Wertpapierkäufe müssen dringend konkretisiert werden. mehr

EU-Reform: Europa, pack es an!
Gastbeitrag, 8. August 2017

Agnès Bénassy-Quéré, Michael Hüther, Philippe Martin und Guntram Wolff auf Spiegel Online und in Le Monde EU-Reform: Europa, pack es an!Arrow

Die Europäische Union hat jetzt die Chance, sich zu erneuern - wenn sie die richtigen Weichen stellt. Was muss jetzt getan werden? Drei gemeinsame Vorschläge von vier europäischen Wirtschaftsexperten auf Spiegel Online und in der französischen Tageszeitung Le Monde (die französische Version steht unter dem deutschen Beitrag). mehr