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Berlin Quelle: Mapics - Fotolia

Bevölkerungsrückgang und Alterung werden sich nicht auf alle Regionen in Deutschland gleichermaßen negativ auswirken. Wie aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervorgeht, können Großstädte ab 500.000 Einwohnern und Ballungsräume im Gegensatz zu ländlichen Gebieten in den kommenden Jahren sogar mit einem deutlichen Plus an Bürgern rechnen. Das liegt an der wachsenden Studienneigung, vielfältigen Jobangeboten in den Metropolen und dem gestiegenen Zuzug von Migranten. Besonders stark erhöht sich in diesem Szenario die Bevölkerungszahl im Großraum München, und zwar um 24 Prozent auf 3,25 Millionen im Jahr 2030. Berlin/Potsdam liegt auf Rang zwei mit einem Plus von 14,6 Prozent auf 4,04 Millionen. Von dieser Entwicklung profitieren auch ostdeutsche Großstädte wie Dresden und Leipzig, obwohl Ostdeutschland insgesamt viele Einwohner verlieren wird.

Was für die betroffenen Großstädte auf den ersten Blick als durchaus erfreulich erscheint, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen allerdings als ernste Herausforderung. So sind Wohnungsmangel und fehlende Kindergartenplätze in vielen urbanen Zentren schon heute ein Problem. Durch den zu erwartenden Zuzug verschärft sich die Situation. Auch der öffentliche Personennahverkehr muss sich dort auf weiter wachsende Fahrgastzahlen einstellen und entsprechend investieren.

Dagegen müssen in schrumpfenden Regionen Bahnstrecken aufgegeben werden, weil es an Auslastung fehlt. Möglicherweise werden kleine Ortschaften sogar komplett von der Landkarte verschwinden. Um öffentliche Dienstleistungen in gering besiedelten Gebieten auch künftig aufrechtzuerhalten, könnte Deutschland wie Skandinavien oder Nordamerika verstärkt auf das Internet setzen. Die Beispiele reichen hier vom E-Learning bis zur Telemedizin.

Klaus-Heiner Röhl
Konzentrations- und Schrumpfungsprozesse in deutschen Regionen und Großstädten bis 2030
IW-Trends 4/2013

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