Fahrt auf der Achterbahn Image
Fahrt auf der Achterbahn Quelle: Bastos - Fotolia

Das zeigt eine soeben vorgelegte Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Demnach sind die Lohnstückkosten des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland von 1991 bis 2012 insgesamt um gut 4 Prozent gestiegen – und damit stärker als im Schnitt der wichtigsten Konkurrenzländer. Dort legten die Kosten je Produkteinheit auf Euro-Basis nur um 2 Prozent zu, in nationaler Währung stagnierten sie sogar.

Dass Deutschland dennoch anhaltend kritisiert wird, die Löhne zu drücken, liegt offenbar auch an den unterschiedlichen Entwicklungsmustern der Lohnstückkosten. Während sie im Ausland auf Basis der nationalen Währungen seit 1991 im Schnitt fast durchgängig konstant blieben und nur durch die globale Wirtschaftskrise in Bewegung gerieten, glich das Bild in Deutschland eher einer Achterbahnfahrt.

Besonders prägend für die Sicht vieler Kritiker im Ausland waren wohl die Jahre 2003 bis 2007, als die Lohnstückkosten hierzulande um immerhin ein Siebtel sanken. Auslöser dafür waren die Reformen der Agenda 2010. Damals bekam das Ziel, mehr Menschen einen Arbeitsplatz zu verschaffen, Vorrang vor Lohnerhöhungen.

Dieser Reformkurs verbesserte die Wettbewerbsfähigkeit der Bundesrepublik tatsächlich und ließ die hiesige Industrie ohne größere Beschäftigungsverluste durch die anschließende weltweite Wirtschaftskrise kommen. Doch gerade in jüngster Zeit haben die deutschen Lohnstückkosten wieder angezogen, sodass unterm Strich kein Kostenvorteil gegenüber den ausländischen Konkurrenten festzustellen ist.

Christoph Schröder
Produktivität und Lohnstückkosten der Industrie im internationalen Vergleich
IW-Trends 4/2013

Ansprechpartner

Industriemetallpreis-Index
Gastbeitrag, 15. August 2017

Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Eisenerz und Euro prägen Anstieg der MetallpreiseArrow

Im Juli haben die Preise für die wichtigsten Importmetalle der deutschen Industrie wieder leicht zugelegt, nachdem sie zuvor vier Monate in Folge gesunken waren, schreibt IW-Ressourcenökonom Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung. Ohne die starke Aufwertung des Euro in Relation zum Dollar wäre der Anstieg allerdings noch viel deutlicher ausgefallen. mehr

IW-Trends, 25. Juli 2017

Berthold Busch Produktions- und Lieferverflechtungen zwischen britischen Branchen, der EU und DeutschlandArrow

Geht es nach der britischen Regierung, wird das Vereinigte Königreich mit dem Austritt aus der Europäischen Union auch den Binnenmarkt und die Zollunion verlassen. Das bedeutet, dass der Warenhandel zwischen beiden Wirtschaftsräumen künftig durch nicht-tarifäre Handelshemmnisse, im schlimmsten Fall sogar durch Zölle behindert wird. Dies hat möglicherweise nicht nur Mehrkosten für den Endverbraucher zur Folge. mehr

Industriemetallpreis-Index
Gastbeitrag, 12. Juli 2017

Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Metallpreise weiterhin auf TalfahrtArrow

Ohne klare Tendenz haben die internationalen Metallmärkte den Monat Juni abgeschlossen, schreibt IW-Ressourcenökonom Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung. Unter dem Strich stand eine leichte Kostenentlastung, die aber praktisch vollständig auf den Euro-Dollar-Wechselkurs zurückzuführen ist. mehr