Weitsicht zahlt sich aus Image
Quelle: Netzer Johannes - Fotolia

Grundlage der Studie ist das IW-Personalpanel, eine Befragung von knapp 1.600 Unternehmen. Sie zeigt, wie wichtig es ist, dass Unternehmen Personalarbeit nicht als rein administrativen Vorgang begreifen. Denn jene Firmen profitieren, die Rücksicht darauf nehmen, dass sich Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter je nach Lebenslage und Alter verändern: Im Durchschnitt aller Unternehmen sind Mitarbeiter knapp sieben Tage pro Jahr krank, in Unternehmen mit Lebensphasenorientierung sind es nur fünf Tage. Zwei Drittel der Firmen mit einem lebensphasenorientierten Personalmanagement machten im Jahr 2012 Gewinn; im Schnitt aller Unternehmen waren es lediglich rund 55 Prozent.

Allerdings bescheinigen die IW-Wissenschaftler nur knapp 8 Prozent der untersuchten Firmen eine so weitsichtige Personalpolitik. Rund 7 weitere Prozent kommen dieser aber schon relativ nah und haben gute Möglichkeiten, betriebliche Anforderungen mit individuellen Wünschen auszubalancieren. Ein weiteres Fünftel der Betriebe erfüllt zumindest die Grundvoraussetzungen für eine demografiefeste Personalarbeit. Bei den übrigen Unternehmen ist indes unsicher, wie gut sie auf die Herausforderungen des demografischen Wandels vorbereitet sind. Deshalb empfiehlt IW-Ökonom Oliver Stettes den Unternehmen, ihre Personalpolitik systematisch weiterzuentwickeln: „So können Firmen auch in Zeiten des Fachkräftemangels die gewünschten Beschäftigten gewinnen, an sich binden und dauerhaft motivieren.“

Andrea Hammermann / Oliver Stettes
Lebensphasenorientierte Personalpolitik
IW-Analysen Nr. 97, Köln 2014, 62 Seiten, 14,90 Euro
Versandkostenfreie Bestellung unter: iwmedien.de/bookshop

Ansprechpartner

26. Juli 2017

Jörg Schmidt Traditionelle Rollenbilder leben längerArrow

In der Regel reduzieren in Deutschland vor allem Frauen ihre Arbeitszeit. Doch spätestens, wenn eine Führungsposition ansteht, wird häufig Vollzeit gearbeitet. Längere Arbeitszeiten können allerdings zu zeitlichen Konflikten führen, denn Hausarbeit und Betreuungspflichten sind noch immer höchst ungleich zwischen den Geschlechtern verteilt. mehr auf iwd.de

Mütter kehren früher in den Job zurück
IW-Kurzbericht, 23. Juni 2017

Wido Geis Mütter kehren früher in den Job zurückArrow

Zwischen 2006 und 2014 ist der Anteil der Mütter, die im zweiten Lebensjahr des Kindes arbeiten, von 34,6 Prozent auf 42,8 Prozent gestiegen, während der Anteil der im ersten Lebensjahr arbeitenden Mütter von 22,5 Prozent auf 8,5 Prozent gesunken ist. Damit hat das Elterngeld sein Ziel erreicht. mehr

7. Juni 2017

Kommentar von Ulrike Detmers „Wir sind noch nicht auf der Zielgeraden“Arrow

Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist zwar vorangekommen, aber noch lange nicht erreicht. Dieses Fazit zieht Ulrike Detmers, Mitglied der Geschäftsführung und Gesellschafterin der Mestemacher-Gruppe. Im iwd-Kommentar benennt die BWL-Professorin fünf notwendige Prämissen, die Frauen den Weg ins Topmanagement ebnen. mehr auf iwd.de