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Die Parteiführung der AfD scheint die Einstellungen ihrer Anhänger zunehmend programmatisch adaptiert und personell nachvollzogen zu haben. Foto: Sascha Schuermann/GettyImages

Gegründet wurde die AfD im Frühjahr 2013 im Zuge der Diskussionen um den Euro-Rettungsschirm. Doch von Anfang an gab es ein Thema, das die Parteianhänger noch kritischer sahen als die Euro-Rettungspolitik: Sie waren und sind im Gegensatz zur restlichen Bevölkerung dezidiert gegen Zuwanderung und die Aufnahme von Flüchtlingen. Das zeigt eine IW-Studie, die im „Forschungsjournal Soziale Bewegungen“ erschienen ist. Darin untersuchen die Forscher anhand von Umfragen die Einstellungen von AfD-Anhängern zu politischen Sachfragen und die programmatische Verortung der Partei.

In nahezu allen politischen Fragen nehmen die Anhänger der AfD jeweils die extremste Position aller Wahlberechtigten ein – angelehnt an das Parteikürzel erweisen sie sich als Allzeit fern des Durchschnitts. Auffällig ist, dass Menschen, die mit den Unionsparteien und der SPD sympathisieren, die meisten politischen Sachfragen sehr ähnlich bewerten. Das ist vor allem bei Themen der Fall, bei denen die AfD-Anhänger sehr einseitige Ansichten vertreten, etwa in allen Fragen, die das Verhältnis zur Türkei betreffen, einem stärkeren Engagement Deutschlands bei internationalen Krisen, dem Sicherheitsgefühl oder ob Volksabstimmungen bessere Entscheidungen hervorbringen. Hier antworten Unions- und SPD-Anhänger beinahe identisch (34 bzw. 36 Prozent Zustimmung, 58 bzw. 56 Prozent Ablehnung), während 88 Prozent der AfD-Sympathisanten meinen, dass die Entscheidungen so besser würden, nur 9 Prozent verneinen dies.

Doch nicht allein die Neigung zu Extremen ist bezeichnend für die AfD-Klientel, die von Beginn an eher radikal als wirtschaftsliberal eingestellt war. Betrachtet man den Wandel der Partei, scheint die Parteiführung die Einstellungen ihrer Anhänger zunehmend programmatisch adaptiert und personell nachvollzogen zu haben – gleich, ob das kalkuliert-strategisch oder intuitiv erfolgt ist. „Daher ist es plausibel, die Partei als populistisch-opportunistische Organisation zu charakterisieren, die in ihrer programmatischen Radikalisierung den Einstellungen ihrer Anhänger folgt“, sagt Mitautor Knut Bergmann.

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