Das Verarbeitende Gewerbe trug 2007 in Ostdeutschland gut 19 Prozent zur Bruttowertschöpfung bei – mehr als in Großbritannien oder Frankreich. Damit hat die Industrie in den neuen Ländern bereits wieder 80 Prozent der westdeutschen Stärke erreicht. Besonders Thüringen hat sich zu einem attraktiven Standort für Industrieunternehmen gemausert, die fast ein Viertel der gesamten Wertschöpfung des Freistaates produzieren und jeden fünften Arbeitsplatz stellen. Auch Sachsen-Anhalt kann im bundesdeutschen Vergleich gut mithalten, vor allem dank seiner Zentren der Chemie und der Solarindustrie.

Ein weiterer Pluspunkt des Ostens sind die niedrigeren Arbeitskosten. Sie trugen dazu bei, dass die gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten Ostdeutschlands 2007 erstmals nicht höher als die im Westen waren; im Verarbeitenden Gewerbe lagen sie sogar nur bei 87 Prozent. Zu den künftigen Herausforderungen zählt vor allem die ausreichende Ausbildung von Fachkräften.

Klaus-Heiner RöhlStrukturelle Konvergenz der ostdeutschen WirtschaftIW-Trends 1/2009