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In den kommenden Jahren müssen Milliarden in die Infrastruktur investiert werden. Private Investoren könnten bei der Umsetzung helfen. Foto: ollo/iStock

Es ist ein Riesen-Stau und er wird immer größer: Rund 135 Milliarden Euro müssten die Kommunen in den kommenden Jahren in ihre Infrastruktur investieren, unter anderem in Straßen und Schulen (siehe Grafik) – und der Betrag steigt. Die Beteiligung privater Investoren an Infrastrukturprojekten kann die Politik dabei entlasten. So liegen beispielsweise die Projektkosten beim Autobahnbau über einen Zeitraum von 30 Jahren bei Öffentlich Privaten Partnerschaften (ÖPP) selbst bei vorsichtigen Annahmen um rund zehn Prozent niedriger als bei konventioneller Beschaffung. Dabei plant, baut und betreibt ein privater Investor die Infrastruktur und erhält dafür vom Staat eine Vergütung. „Das sorgt für mehr Effizienz, da alles aus einer Hand kommt“, erklärt IW-Experte Thilo Schaefer.

Die Schätzung basiert auf 14 Autobahn-Projekten im Wert von insgesamt 3 Milliarden Euro, die seit 2007 in Deutschland als ÖPP realisiert wurden. Dabei zeigt sich: Durchschnittlich sinken die Kosten für Bauprojekte, zudem wurde bei allen ÖPP auch die vertraglich vereinbarte Bauzeit eingehalten. „Viele ÖPP-Projekte wurden sogar schneller fertig als geplant“, sagt Schaefer.

Dabei gleichen die Einsparungen durch kürzere Bauzeiten und seltenere Reparaturen die höheren Finanzierungskosten des privaten Investors aus. „Bei einer ganzheitlichen Kosten-Nutzen-Betrachtung verkehrt sich der Finanzierungsvorteil der öffentlichen Hand ins Gegenteil“, sagt GDV-Chefvolkswirt Klaus Wiener. Bislang sind 3,6 Prozent aller deutschen Autobahnen als ÖPP realisiert worden. Allerdings könnte die Zahl in den nächsten Jahren auf mehr als zehn Prozent steigen, schätzen die IW-Ökonomen.

Der Investitionsrückstand der Kommunen

Insgesamt hatten die deutschen Kommunen 2015 einen Investitionsrückstand von rund 135 Milliarden Euro. So viel Prozent davon entfielen auf …

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Gutachten mit dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft

Tim Ockenga / Thomas Puls / Thilo Schaefer / Klaus Wiener: Volkswirtschaftlicher Nutzen privater Infrastrukturbeteiligungen – Analyse der Beteiligung Privater an der Infrastrukturfinanzierung

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9. November 2017

Thomas Puls / Thilo Schaefer Klimapolitik: Die CO2-WeltArrow

Das große Ziel der internationalen Klimapolitik ist die Verringerung der globalen Kohlendioxid-Emissionen. Darum geht es auch auf dem derzeit in Bonn stattfindenden UN-Klimagipfel. Dies ist keine leichte Aufgabe – vor allem in Anbetracht der sich rasant entwickelnden Volkswirtschaften in China und Indien. Die CO2-Welt in Grafiken. mehr auf iwd.de

IW-Kurzbericht, 3. November 2017

Hubertus Bardt / Michael Grömling Hausgemachte InvestitionshemmnisseArrow

In der Debatte über die deutsche Investitionsperformance stehen meist öffentliche Investitionen in Infrastrukturen im Mittelpunkt. Da aber rund 90 Prozent der Investitionen keine öffentlichen, sondern private Investitionen sind, spielen die Rahmenbedingungen für unternehmerische Investitionen für die gesamtwirtschaftliche Investitionstätigkeit eine dominante Rolle. mehr