Immobilienwirtschaft Image
Quelle: flashpics – Fotolia

Mehr als 90 Prozent der Bankkredite an die Immobilienwirtschaft hatten 2014 eine Laufzeit von mehr als fünf Jahren. Verständlich, denn die Finanzierungsmodelle der Branche, die zum überwiegenden Teil aus kleinen Unternehmen fernab des Kapitalmarkts besteht, sind seit jeher langfristig ausgerichtet. Das hat sich in den vergangenen Jahrzehnten bewährt: Der hiesige Immobilienmarkt blieb von Blasen und Crashs verschont.

Diese Stabilität ist laut IW Köln nun allerdings von unerwarteter Seite gefährdet. Denn einzelne Bestandteile der Basel-III-Regeln, die das Finanzsystem krisenfester machen sollten, könnten sich negativ auf die Vergabe von Langfristkrediten auswirken. Die aktuellen Regelungen sehen nämlich unter anderem vor, dass alle Kreditinstitute die gleiche Kernkapitalquote erfüllen müssen – unabhängig davon, ob sie hochriskant und oft mit hohen Gewinnspannen agieren oder vergleichsweise sichere Immobilienkredite mit geringen Margen vergeben.

Aufgrund dessen fällt es den Langfristfinanzierern schwer, die geforderte Quote zu erfüllen, da sie derzeit nur bedingt neues Eigenkapital aufbauen können. Der deutlich einfachere Weg zum Quoten-Ziel ist es für sie, ihre Bilanz zu verkürzen – also einfach weniger Kredite zu vergeben. Für das IW Köln wäre diese Ausweichreaktion der falsche Weg. IW-Direktor Michael Hüther: „Die Immobilienwirtschaft ist auf eine verlässliche Kreditversorgung angewiesen. Deshalb sollte bei den geforderten Kernkapitalquoten für Banken danach differenziert werden, wie riskant deren jeweiliges Geschäftsfeld ist.“ Hier gelte es, die Regulierung nachzujustieren.

IW policy paper

Heide Haas: Bankenregulierung und die Folgen für die Immobilienwirtschaft

IconDownload | PDF

Veranstaltung
Veranstaltung, 22. Juni 2017

Symposium Zeit für mehr Wohneigentum?!?Arrow

Angesichts niedriger Zinsen und eines vermehrten privaten Vorsorgebedarfs hat das Wohneigentum an Attraktivität gewonnen. Gleichzeitig gibt es aber Sorgen über eine Überhitzung des Wohnungsmarktes. mehr

Evaluation der Mietpreisbremse
IW policy paper, 25. April 2017

Philipp Deschermeier / Björn Seipelt / Michael Voigtländer Evaluation der MietpreisbremseArrow

Getrieben durch den starken Zuzug aus dem In- und Ausland erleben die Wohnungsmärkte der deutschen Metropolregionen in den letzten Jahren einen deutlichen Nachfrageschub. Durch die gleichzeitig nur moderat ausgeweitete Bautätigkeit fällt es Mietern zunehmend schwerer bezahlbaren Wohnraum zu finden. mehr

Gutachten
Gutachten, 12. April 2017

Michael Voigtländer / Fabian Bierdel Zur Rationalität einer neuen EigenheimförderungArrow

Ein internationaler Vergleich zeigt, dass insbesondere in Deutschland der Zugang zu Wohneigentum erschwert ist. Eine neue Förderung der Eigentumsbildung in Deutschland ist somit zwar nicht notwendig, aber eine Reduktion der Hemmnisse, vor allem in Form hoher Erwerbsnebenkosten, ist dringend geboten. Das zeigt das Gutachten für den Zentralen Immobilien Ausschuss ZIA Deutschland. mehr