Großbritannien und die EU Image
London Quelle: timages / Fotolia

Im Falle eines britischen Exits (Brexits) aus der EU würde sich der gemeinsame Binnenmarkt um etwa 15 Prozent vermindern. So hoch ist momentan der Anteil des britischen Bruttoinlandsprodukts an der Wirtschaftsleistung aller 28 Mitgliedstaaten. Für die EU selbst hätte der Austritt laut IW-Analyse auch finanzielle Konsequenzen. Denn obwohl die Briten bei ihren Beiträgen zum EU-Haushalt einst einen Rabatt ausgehandelt haben, zahlen sie Jahr für Jahr mehr in den Brüsseler Etat ein, als sie zurückerhalten. 2012 betrug dieser Saldo gut 9 Milliarden Euro. Damit zahlte das Land netto mehr als Frankreich oder Italien.

Die vielfach diskutierten Alternativen zur Mitgliedschaft, wie eine Teilnahme am Europäischen Wirtschaftsraum oder bilaterale Verträge zwischen Großbritannien und der EU, können die Vorteile eines Verbleibs in der EU für Großbritannien laut IW Köln nicht aufwiegen: Außerhalb der EU würde das Land nicht über die erhoffte Unabhängigkeit und Regulierungsautonomie verfügen, wenn es weiterhin Zugang zum EU-Binnenmarkt erhalten will. Die Verhandlungsposition Großbritanniens wäre gleichzeitig aber deutlich schwächer als heute.

Doch auch die Europäische Union würde der Brexit schwächen. Denn in der aktuellen Situation könnte Großbritanniens Austritt schnell zum gefährlichen Präzedenzfall werden, der ähnliche Diskussion in anderen Ländern auslöst oder verstärkt – vor allem dort, wo es starke EU-kritische Parteien gibt.

IW policy paper

Berthold Busch: Das Vereinigte Königreich vor dem Austritt aus der Europäischen Union? Wirtschaftliche und politische Konsequenzen eines Austritts und mögliche Alternativen zu einer Mitgliedschaft

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Interview mit Michael Sket „Wir können uns in der Eurozone noch nicht zurücklehnen“Arrow

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Brexit-Verhandlungen: „Jeder Deal wäre besser als kein Deal”
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Mit dem bisherigen Gesprächstempo werde es eng für einen kontrollierten Brexit, sagte der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln, Michael Hüther, im Interview mit dem Deutschlandfunk. Die Briten hätten mit ihrer bisherigen „Strategielosigkeit” die Chance vertan, die Trennung konstruktiv zu gestalten. mehr