Fachkräfteengpässe Image
In naturwissenschaftlich-technischen Engpassberufen arbeiten hauptsächlich Männer. Quelle: industrieblick Fotolia

In 96 von 619 Berufen fehlten zwischen August 2011 und April 2015 anhaltend Fachkräfte – die Zahl der registrierten Arbeitslosen reichte also nicht aus, um alle offenen Stellen zu besetzen. Die IW-Auswertung zeigt, dass von den betroffenen Berufen 64 männertypische Jobs sind, etwa im Maschinenbau, in der Informatik oder in der Elektrotechnik; 17 Engpassberufe sind frauentypisch. Lediglich 15 Engpassberufe haben einen vergleichsweise ausgeglichenen Frauen- und Männeranteil.

Fast alle frauentypischen Berufe, in denen es besonders viele unbesetzte Stellen gibt, gehören zum Berufsfeld Gesundheit, Soziales und Bildung – insbesondere Jobs in der Gesundheits- und Altenpflege sind betroffen. Zudem arbeitet fast jeder zweite Beschäftigte in Engpassberufen dieses Berufsfeldes in Teilzeit. „Schon wenn nur ein Teil von ihnen die Arbeitszeit aufstocken wollte und könnte, würde das die Engpässe deutlich reduzieren“, erklärt IW-Berufsforscher Sebastian Bußmann. Deshalb sei es wichtig, dass die Kinderbetreuung an Kindertagesstätten und Schulen weiter ausgebaut wird, um vor allem Müttern die Möglichkeit zu geben, mehr zu arbeiten.

Anders verhält es sich mit den Engpassberufen im naturwissenschaftlich-technischen Bereich: Die überwiegend männlichen Beschäftigten arbeiten fast ausschließlich in Vollzeit. Unternehmen sollten hier verstärkt weibliche Fach- und Nachwuchskräfte anwerben, um offene Stellen zu besetzen, rät der IW-Experte. Teilzeitstellen könnten Anreize für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen schaffen, die sich neben der Arbeit auch ihrer Familie widmen wollen. „Mit Telearbeit, Arbeitszeitkonten und Vertrauensarbeit können die Unternehmen deshalb ihre Attraktivität für beide Geschlechter erhöhen“, sagt Bußmann. Die IW-Untersuchung wurde im Auftrag des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) erstellt, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird.

Engpassberufe

Klicken Sie auf die Rubriken der Tabelle, um danach zu sortieren.

Diese Tabelle können Sie kostenlos auf Ihrer Website einbetten. Schicken Sie eine Mail an onlineredaktion <AT> iwkoeln.de; Stand Engpassberufe: August 2011 bis April 2015; o. S.: ohne Spezialisierung; s.s.T.: sonstige spezifische Tätigkeiten; Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Institut der deutschen Wirtschaft Köln;

Gutachten für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Sebastian Bußmann: Fachkräfteengpässe in Unternehmen – Geschlechterunterschiede in Engpassberufen

IconDownload | PDF

21. März 2017

Jugendliche mit Behinderung Kein Handicap für die AusbildungArrow

Viele junge Leute mit Handicap absolvieren ihre Ausbildung in einem Berufsbildungswerk oder einer anderen geförderten Einrichtung. Dabei stehen viele Unternehmen einer betrieblichen Ausbildung von Menschen mit Behinderung durchaus offen gegenüber. Doch oft mangelt es schlicht an Kontakten. mehr auf iwd.de

IW-Pressemitteilung
IW-Pressemitteilung, 16. März 2017

Inklusion Potenzial entfaltenArrow

Menschen mit Behinderung sind besonders häufig arbeitslos – obwohl viele Unternehmen einer betrieblichen Ausbildung dieser Menschen offen gegenüberstehen. Wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt, fehlt es jedoch häufig an Ansprechpartnern und einer regionalen Vernetzung. mehr

The Role of the Private Sector in Vocational and Educational Training
Gutachten, 7. März 2017

Regina Flake The Role of the Private Sector in Vocational and Educational TrainingArrow

Even though the four analysed countries are very different in terms of their starting points and their demographic, economic and institutional framework conditions, they all face the same challenge: designing a vocational education and training system that makes the country future-proof. mehr