Exportindustrie Image
Quelle: Fotolia

Darauf verweist eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Danach führt eine Zunahme der deutschen Warenexporte um 10 Prozent zu einer durchschnittlichen Steigerung der Vorleistungsimporte aus anderen EULändern um knapp 9 Prozent. Industrielle Vorleistungsgüter bilden im Handel zwischen Deutschland und den EU-Partnern mit 57 Prozent das Gros des gesamten Industriewarenhandels. Zum einen braucht die deutsche Wirtschaft deshalb eine starke Industrie in der Nachbarschaft als verlässliche Zulieferbasis. Zum anderen haben die Zulieferungen für deutsche Produkte positive Auswirkungen auf die Produktivität der exportierenden Unternehmen. Ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit nimmt dadurch weiter zu. Die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Deutschland und den anderen EU-Staaten bringen also beiden Seiten Vorteile. Dieser Zusammenhang wird häufig übersehen, wenn Deutschland für seine Exportstärke von anderen EU-Staaten wie jüngst durch Frankreich gerügt wird.

Der Handel mit Industriewaren zwischen Deutschland und den EU-Staaten hat sich seit Mitte der 1990er Jahre insgesamt stark ausgeweitet – und zwar um das 2,5-Fache. Besonders eng sind die Verflechtungen mit EU-Partnern zum Beispiel bei EDV-Geräten, Kraftwagen, Nachrichtentechnik und Chemieerzeugnissen.

Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg)
Die Zukunft der Industrie in Deutschland und Europa
IW-Analysen Nr. 88, Köln 2013, 122 Seiten, 21,90 Euro
Versandkostenfreie Bestellung unter: www.iwmedien.de/bookshop

Ansprechpartner

Industriemetallpreis-Index
Gastbeitrag, 15. August 2017

Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Eisenerz und Euro prägen Anstieg der MetallpreiseArrow

Im Juli haben die Preise für die wichtigsten Importmetalle der deutschen Industrie wieder leicht zugelegt, nachdem sie zuvor vier Monate in Folge gesunken waren, schreibt IW-Ressourcenökonom Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung. Ohne die starke Aufwertung des Euro in Relation zum Dollar wäre der Anstieg allerdings noch viel deutlicher ausgefallen. mehr

2. August 2017

Carsten Ruge M+E-Industrie bleibt Exportbranche Nummer einsArrow

Die wichtigste Exportbranche in Deutschland ist weiterhin die Metall- und Elektro-Industrie: Waren im Wert von 723 Milliarden Euro haben die M+E-Unternehmen 2016 im Ausland verkauft – 1 Prozent mehr als 2015. Damit hat sich der Zuwachs nach 3,2 Prozent im Jahr 2014 und 7,3 Prozent im Jahr 2015 allerdings deutlich verlangsamt. Größter Exportmarkt sind nach wie vor die USA, gefolgt von Frankreich und China. mehr auf iwd.de

IW-Trends, 25. Juli 2017

Berthold Busch Produktions- und Lieferverflechtungen zwischen britischen Branchen, der EU und DeutschlandArrow

Geht es nach der britischen Regierung, wird das Vereinigte Königreich mit dem Austritt aus der Europäischen Union auch den Binnenmarkt und die Zollunion verlassen. Das bedeutet, dass der Warenhandel zwischen beiden Wirtschaftsräumen künftig durch nicht-tarifäre Handelshemmnisse, im schlimmsten Fall sogar durch Zölle behindert wird. Dies hat möglicherweise nicht nur Mehrkosten für den Endverbraucher zur Folge. mehr