EU-Osterweiterung Image
Quelle: Aintschie - Fotolia

Im Zuge der EU-Osterweiterung erwarteten viele deutsche Firmen einen erhöhten Wettbewerbs- und Rationalisierungsdruck durch Konkurrenten aus den neuen Mitgliedsstaaten. Doch zehn Jahre später ist klar: Von den damaligen Befürchtungen ist kaum eine Realität geworden. Gut ein Drittel der 2004 befragten Betriebe ging davon aus, dass die Importe aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowenien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn zunehmen würden und dies starke Auswirkungen auf ihre Geschäfte hätte. Aufgrund der niedrigeren Arbeitskosten in den Beitrittsländern rechnete zudem mehr als ein Drittel der west- und ein Viertel der ostdeutschen Firmen mit einem hohen Rationalisierungdruck.

Zehn Jahr später fällt die Bilanz weitgehend entspannt aus: Nur noch ein Zehntel der befragten Firmen sehen einen erhöhten Konkurrenz- bzw. Rationalisierungsdruck durch die neuen EU-Mitglieder. Eine Erklärung dafür ist, dass sich Deutschland und die neuen Beitrittsländer schon vor der Erweiterung wirtschaftlich integriert hatten. Deutsche Firmen waren mit Fabriken vor Ort und der deutsche Außenhandel mit den neuen EU-Mitgliedern hatte sich bereits mehr als vervierfacht.

Die Umfrage-Ergebnisse machen deutlich: Befürchtungen, die mit Marktöffnungen und ökonomischen Neuerungen verbunden sind, gehen oft fehl. Dieser Befund ist nicht zuletzt hilfreich für die Diskussion über weitere wirtschaftliche Integrationen, zum Beispiel mit Blick auf die Zuwanderung von Fachkräften.

IW policy paper

Michael Grömling: Erfahrungen deutscher Unternehmen mit der EU-Osterweiterung

IconDownload | PDF

Twitter

Ansprechpartner

IW-Report
IW-Report, 18. September 2017

Daniel Bendel / Markus Demary / Michael Voigtländer How do higher interest rates impact companies’ financial situation?Arrow

Companies’ access to finance has an important impact on their profitability and growth prospects. Without external financing, most firms are not able to invest, which is a prerequisite for economic growth. Unlike in the US, which has a capital market-based financial system, banks are the dominant lenders for firms in the Eurozone. mehr

14. September 2017

Interview mit Markus J. Beyrer „Die Freiheiten in der EU fallen nicht von den Bäumen“Arrow

Die künftige Bundesregierung muss die Fahne des Freihandels hochhalten und sollte den vorhandenen finanziellen Spielraum für mehr Investitionen nutzen, sagt Markus J. Beyrer im iwd-Interview. Der Österreicher ist Generaldirektor der europäischen Vereinigung der Industrie- und Arbeitgeberverbände BusinessEurope, zu dessen Mitgliedern die deutschen Organisationen BDA und BDI gehören. mehr auf iwd.de

Cybersicherheit
IW-Nachricht, 13. September 2017

Barbara Engels Cybersicherheit: Überfällige AnpassungenArrow

Die wirtschaftlichen Schäden durch Cyberattacken haben sich in den vergangenen vier Jahren verfünffacht. Inzwischen vergeht keine Woche mehr, in der nicht ein prominentes Unternehmen gehackt wird. Die Europäische Kommission reagiert jetzt mit einer Neuauflage ihrer Cybersicherheitsstrategie – ein dringend nötiger Schritt. mehr