EU-Haushalt Image
Frankreich profitiert stark von den europäischen Agrar-Subventionen. Diese verlieren jedoch an Bedeutung. Foto: carterdayne/iStock

Mit über 17 Milliarden Euro war Deutschland auch 2014 größter Nettozahler der EU. Auf Platz zwei folgte mit großem Abstand Frankreich mit rund 7,5 Milliarden Euro. Nur knapp dahinter lagen Großbritannien (7 Milliarden) und die Niederlande (6,3 Milliarden).

Gemessen am Bruttonationaleinkommen – also der Summe aller Einkommen, die Inländern pro Jahr zufließen – waren allerdings die Niederländer mit einem Anteil von 0,96 Prozent der größte Einzahler. Insgesamt stehen den zehn Nettozahlern 18 Staaten gegenüber, die mehr Geld aus Brüssel bekommen, als sie überweisen.

Vor allem die östlichen Staaten profitieren von der Umverteilung, zeigt die IW-Studie. So bekam Polen 2014 rund 13,5 Milliarden Euro mehr von der EU zurück, als das Land nach Brüssel überwiesen hatte, Ungarn erhielt 5,6 Milliarden Euro und Rumänien 4,5 Milliarden Euro. In den baltischen Staaten machen die Überweisungen der EU bis zu elf Prozent des jährlichen Staatshaushaltes aus. „Hier zeigt sich die solidarische Stärke der Union, die ärmere Mitglieder in ihrer Entwicklung entscheidend unterstützt“, sagt IW-Ökonom Berthold Busch.

Heute machen diese „Kohäsionszahlungen“ bereits 38 Prozent des EU-Haushalts aus und liegen damit fast auf dem Niveau der Agrar-Subventionen. Diese sind mittlerweile von 55,3 Prozent im Jahre 1995 auf nunmehr 39,7 Prozent gesunken. „Ziel ist es, den Abstand zwischen den wohlhabenden und ärmeren Regionen zu verringern“, erklärt Busch. Von dieser Dynamik profitieren langfristig auch die reicheren Staaten in Europa. „Eine wirtschaftliche Annäherung sorgt für soziale Stabilität. Zudem ergeben sich für die Wirtschaft in ganz Europa neue Absatzmöglichkeiten.“

IW-Report

Berthold Busch: Finanzielle Beziehungen zwischen den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union – Eine Bestandsaufnahme

IconDownload | PDF

Audios

Berthold Busch zu den Einnahmen und Ausgaben im EU-Haushalt:

Ansprechpartner

IW-Report
IW-Report, 18. September 2017

Daniel Bendel / Markus Demary / Michael Voigtländer How do higher interest rates impact companies’ financial situation?Arrow

Companies’ access to finance has an important impact on their profitability and growth prospects. Without external financing, most firms are not able to invest, which is a prerequisite for economic growth. Unlike in the US, which has a capital market-based financial system, banks are the dominant lenders for firms in the Eurozone. mehr

14. September 2017

Interview mit Markus J. Beyrer „Die Freiheiten in der EU fallen nicht von den Bäumen“Arrow

Die künftige Bundesregierung muss die Fahne des Freihandels hochhalten und sollte den vorhandenen finanziellen Spielraum für mehr Investitionen nutzen, sagt Markus J. Beyrer im iwd-Interview. Der Österreicher ist Generaldirektor der europäischen Vereinigung der Industrie- und Arbeitgeberverbände BusinessEurope, zu dessen Mitgliedern die deutschen Organisationen BDA und BDI gehören. mehr auf iwd.de

Cybersicherheit
IW-Nachricht, 13. September 2017

Barbara Engels Cybersicherheit: Überfällige AnpassungenArrow

Die wirtschaftlichen Schäden durch Cyberattacken haben sich in den vergangenen vier Jahren verfünffacht. Inzwischen vergeht keine Woche mehr, in der nicht ein prominentes Unternehmen gehackt wird. Die Europäische Kommission reagiert jetzt mit einer Neuauflage ihrer Cybersicherheitsstrategie – ein dringend nötiger Schritt. mehr