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Die Energiewende geht ins Geld: Allein in diesem Jahr zahlen die deutschen Stromverbraucher voraussichtlich rund 19,4 Milliarden Euro als Differenz zwischen dem tatsächlichen Stromwert und der Einspeisevergütung, die der Staat EEG-Stromanbietern versprochen hat. Im Jahr 2008 lagen diese Differenzkosten noch bei 5,1 Milliarden Euro. Um im Strommarkt den Wettbewerb um mehr Effizienz und innovative Lösungen zu entfachen, müssen die erneuerbaren Energien schrittweise aus der derzeit starren Förderung herauswachsen und in den wettbewerblichen Strommarkt integriert werden. Dafür genügen die geplanten Neuregelungen nicht.

So plant der Staat die Förderung künftig zwar mit einer sogenannten gleitenden Marktprämie und die Erzeuger sollen ihren Strom schrittweise selbst vermarkten. Doch die Prämie gleicht Marktpreisschwankungen fast vollständig aus. Die Forscher des IW Köln schlagen deshalb vor, die Anreize zu erhöhen, Strom dann einzuspeisen, wenn er wertvoll und knapp ist. Dies ließe sich mit einem Zuschlag auf den am Markt erzielten Preis erreichen: Je besser die erneuerbaren Energien auf die Nachfrage ausgerichtet werden, desto höher fällt die zusätzliche Prämie aus. Die Höhe der Förderung sollte durch Versteigerungen ermittelt werden. Mit solch einem System können die erneuerbaren Energien weiter gefördert, aber schrittweise in den Wettbewerb entlassen werden.

Die IW-Experten weisen in ihrer Analyse außerdem darauf hin, dass das EEG als rein nationales Instrument nicht die Chancen der europäischen Arbeitsteilung nutzt. Die Fokussierung auf Deutschland verhindert, dass europaweit nach geeigneten Standorten für EEG-Kraftwerke gesucht wird. Die Wissenschaftler raten deshalb, die Förderung der erneuerbaren Energien in Zukunft europäisch zu organisieren und den EU-Binnenmarkt zu stärken.

IW policy paper

Hubertus Bardt: EEG 2.0 – Ein zweiter Schritt muss folgen

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