Im Alltag müssen Menschen anderen stets und ständig vertrauen: Sie glauben etwa daran, dass andere Verkehrsteilnehmer bei Rot anhalten. In Deutschland herrscht ein vergleichsweise hohes Vertrauen, wie der IW-Vertrauensindex zeigt. Insgesamt landet die Bundesrepublik auf dem fünften Platz und hat sich damit im Vergleich zu 2014 um zwei Ränge verbessert.

In der Kategorie Wirtschaftssystem belegt Deutschland im aktuellen Ranking sogar den ersten Platz. Nirgendwo sonst vertrauen die Menschen stärker in die wirtschaftlichen Prozesse. Grund dafür ist die gute Wirtschaftslage und insbesondere die geringe Arbeitslosenquote, erklärt IW-Ökonom Dominik Enste.

Grundsätzlich zeigt sich, dass Länder mit einem höheren Vertrauensniveau auch ein höheres Bruttoinlandsprodukt pro Kopf haben. Vertrauen lohnt sich also. Allerdings zeigt das Beispiel Großbritannien, dass eine starke Wirtschaft und ein brummender Arbeitsmarkt allein nicht ausschlaggebend sind: Nach der Brexit-Wahl haben die Bürger im Vereinigten Königreich Vertrauen verloren und entsprechend im Ranking Federn gelassen. Landeten die Briten vor drei Jahren noch auf Platz 2, sind sie mittlerweile um vier Ränge abgestürzt.

Embed-Code für diese Grafik

<iframe class="highcharts-iframe" src="https://cloud.highcharts.com/embed/ByvIeGtMz/" style="border: 0; width: 100%; height: 500px"></iframe>

Fehlt das Vertrauen, muss es durch Kontroll- und Strafmechanismen ersetzt werden. Das ist allerdings mit Kosten verbunden: Müssen der Partner überwacht, die Produkte geprüft oder der Vertrag durchgesehen werden, kostet das Zeit und Geld – sogenannte Transaktionskosten. Vertrauen sich die Parteien gegenseitig, können einige dieser Kosten eingespart werden, die Transaktion wird also effizienter. Nutzt eine Person das Vertrauen ihres Gegenübers aus, zerstört sie ihre Reputation nachhaltig. „Ist der Ruf erst ruiniert, wird es aufwändig und kostenintensiv, sich zu rehabilitieren“, warnt Enste.