Skifahren an der Schwarzmeerküste und Fußball in der Wüste: Immer öfter richten autokratische Regime sportliche Großveranstaltungen wie die Fußball-Weltmeisterschaft oder die Olympischen Spiele aus – Demokratien bewerben sich oft erst gar nicht oder gehen am Ende leer aus. Die Vergabe der FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2022 an Katar ist das prominenteste Beispiel.

Waren in den 1990er Jahren und Anfang des Jahrtausends noch alle Ausrichterländer von WM, EM und Olympia demokratisch, nimmt ihr Anteil inzwischen kontinuierlich ab. Zwischen 2020 und 2024 werden bereits 40 Prozent der Gastgeber autokratische Regime sein. So wird China die Olympischen Winterspiele 2022 ausrichten.

Gründe für die Verlagerung sind unter anderem die intransparenten und bisweilen korrupten Entscheidungsstrukturen der Verbände sowie die explodierenden Kosten für die Veranstaltungen. „Diese sind von Autokratien leichter zu tragen, die Machthaber müssen sich kaum vor ihrer Bevölkerung rechtfertigen“, sagt IW-Wissenschaftler Dominik Enste. Doch die autokratischen Staaten haben noch einen Vorteil: „Ihnen fällt es wesentlich leichter, Korruptionszahlungen an die Verbände zu leisten“, erklärt Enste.