Datenschutz und Datensicherheit spielen eine entscheidende Rolle im digitalen Wandel. Je mehr und je intensiver Prozesse, Maschinen und Menschen miteinander verbunden sind, desto eher können sie angegriffen werden. Diese Gefahr sieht die Hälfte aller mittelständischen Unternehmen, wie eine Auswertung der untersuchten Studien durch das IW Köln ergab. Laut Branchenverband Bitkom ist gut die Hälfte aller Unternehmen in Deutschland im Zeitraum 2013/2014 Opfer von IT-Kriminalität geworden – Tendenz steigend. Viele Mittelständler verfügen nicht über das notwendige Wissen und die Ressourcen, um Sicherheitsprobleme aufzudecken und sich dagegen zu schützen.

Doch nicht nur Sicherheitsfragen hemmen den digitalen Wandel: Innovationen erfordern Investitionen – und deren Nutzen ist gerade für kleinere Unternehmen schwer abzuschätzen, da die Digitalisierung der Wertschöpfungskette äußerst komplex ist. 50 Prozent der Studien nennen die Investitionskosten als Grund für den langsamen digitalen Wandel in Deutschland. Weitere Hemmnisse sind mangelndes Know-how, fehlende Standards, die begrenzte Verfügbarkeit von Breitbandverbindungen und die unsicheren rechtlichen Rahmenbedingungen.

„Die mittelständischen Unternehmen müssen wagemutiger werden, denn der digitale Wandel bietet große Chancen“, sagt IW-Expertin Vera Demary. Diese würden häufig nicht genug thematisiert – auch in den untersuchten Studien nicht. Doch auch die Politik sei gefordert: „Ohne einen schnellen und zuverlässigen Breitbandanschluss lässt sich kein Unternehmen nachhaltig digitalisieren.“ Zudem müsse die Bundesregierung dafür sorgen, dass auch Ministerien und andere öffentliche Stellen mit der Digitalisierung Schritt halten sowie deutsches Datenschutzrecht an die Vorgaben der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung angepasst wird.