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Die deutsche Wirtschaft ist auf Importe von Rohstoffen angewiesen, die unter anderem über den Rhein transportiert werden. Die fallenden Preise haben den Leistungsbilanzüberschuss wachsen lassen. Foto: Handel Meinzahn/iStock

Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss hat im vergangenen Jahr mit 8,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts einen neuen Höchstwert erreicht, deutlich mehr als die sieben Prozent im Jahr 2012. Deutschland exportiert damit weiterhin wesentlich mehr als es importiert. Auf den ersten Blick hat die Bundesrepublik den von der EU formulierten Schwellenwert von sechs Prozent überschritten – eine genauere Betrachtung zeigt jedoch, dass die Verfehlung Deutschlands weit geringer ausfällt.

Denn IW-Berechnungen zeigen: Dass der Überschuss so deutlich gestiegen ist, ist fast ausschließlich auf die sinkenden Importpreise zurückzuführen – maßgeblich verursacht durch die gesunkenen Rohstoffpreise. Lässt man deren Veränderung außen vor, fiele der Überschuss laut IW Köln um rund zwei Prozentpunkte niedriger aus. Der Schwellenwert der EU wäre somit nur knapp überschritten worden.

Realwirtschaftlich – also ohne Preiseffekte – sind die Importe sogar stärker gestiegen als die Exporte. Zwischen 2012 und 2015 legten die Einfuhren um 12,8 Prozent zu – das hätte bei konstanten Preisen einem Plus von 141 Milliarden Euro entsprochen. Die Ausfuhren stiegen in diesem Zeitraum um 10,9 Prozent, das wäre ein preisbereinigter Zuwachs von 138 Milliarden Euro. Insgesamt hat also der deutsche Überschuss auf realwirtschaftlicher Basis sogar abgenommen.

Zwar sollte Deutschland weiter dafür arbeiten, dass die Investitionen im eigenen Land und damit auch die Importe stärker steigen. „Aber es besteht kein Grund, die Lage wegen des weiter gestiegenen Überschusses zu dramatisieren“, sagt IW-Ökonom Michael Grömling.

IW-Kurzbericht

Michael Grömling / Jürgen Matthes: Leistungsbilanz – Höherer Überschuss nur wegen sinkender Importpreise

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Jürgen Matthes zur Kritik aus Brüssel:

Wie kommt das starke Wachstum zustande?

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Ist die Kritik aus Brüssel berechtigt?

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Was muss die deutsche Politik noch besser machen?

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Ansprechpartner

29. August 2017

Matthias Diermeier / Henry Goecke / Adriana Neligan Riskante RohstoffquellenArrow

Vor allem die deutsche Industrie ist auf Rohstofflieferungen aus dem Ausland angewiesen. Der Wert dieser Importe hat sich zwischen 1995 und 2011 verfünffacht. Auch der Anteil der Einfuhren aus politisch und wirtschaftlich besonders risikobehafteten Ländern ist gestiegen – auf mittlerweile deutlich über 60 Prozent. mehr auf iwd.de

2. August 2017

Carsten Ruge M+E-Industrie bleibt Exportbranche Nummer einsArrow

Die wichtigste Exportbranche in Deutschland ist weiterhin die Metall- und Elektro-Industrie: Waren im Wert von 723 Milliarden Euro haben die M+E-Unternehmen 2016 im Ausland verkauft – 1 Prozent mehr als 2015. Damit hat sich der Zuwachs nach 3,2 Prozent im Jahr 2014 und 7,3 Prozent im Jahr 2015 allerdings deutlich verlangsamt. Größter Exportmarkt sind nach wie vor die USA, gefolgt von Frankreich und China. mehr auf iwd.de

Türkeipolitik: Die Zollunion ist der entscheidendere Hebel
Interview, 25. Juli 2017

Michael Hüther im Deutschlandfunk Türkeipolitik: Die Zollunion ist der entscheidendere HebelArrow

Die EU droht der Türkei mit Wirtschaftssanktionen und „die Drohung wirkt”, sagte Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, im Interview mit dem Deutschlandfunk. Denn die türkische Wirtschaft sei stark angewiesen auf Importe aus der Europäischen Union. Doch Ankara habe auch noch Wege, einem möglichen Mittelentzug entgegenzuwirken. mehr