Der IW-Standortindex vergleicht den Industriestandort Deutschland mit 44 wichtigen Handelspartnern anhand von mehr als 60 Indikatoren. Im Fokus stehen dabei die für Industrieunternehmen entscheidenden Standortqualitäten in den Bereichen Staat, Wissen, Infrastruktur, Ressourcen, Kosten und Markt. Ermittelt wurde das im Jahr 2015 erreichte Niveau und die Dynamik in den Jahren 2000 bis 2015.

Cornelius Bähr

Referent in der IW Consult

Cornelius Bähr

Agnes Ricci

Referentin in der IW Consult

Agnes Ricci

Deutschland belegt im Jahr 2015 den dritten Rang und punktet vor allem bei den Themen Infrastruktur, Wissen und Staat. Auf Platz eins landet die Schweiz vor den USA. Auffällig: Unter den Top 10 sind sieben europäische Staaten, unter anderem Schweden und die Niederlande. Japan schafft es als einziges asiatisches Land in die Spitzengruppe. Frankreich landet auf Platz 19, China auf 24. Am schlechtesten schneiden mit Brasilien, Ecuador und Argentinien drei südamerikanische Länder ab. „Die Industrieländer verfügen derzeit noch über wesentlich bessere Standortbedingungen als die Schwellenländer“, erklärt IW-Wissenschaftler Cornelius Bähr. Die höhere Produktivität und Qualität der Produktion hält die Industriestaaten vorne und sichert Investitionen und Arbeitsplätze, im Schnitt erreichen sie in dem Index 118 von 200 möglichen Punkten, die Schwellenländer kommen auf 83. „Von diesem Vorsprung profitiert auch die deutsche Industrie“, sagt Bähr.

Doch die Schwellenländer holen rasant auf, zeigt das Dynamikranking. Hier erreichen die Schwellenländer durchschnittlich 106 Punkte, die Industriestaaten lediglich 94. Am besten entwickelt hat sich China mit 127 Punkten, gefolgt von Rumänien (126) und Kolumbien mit 121 Punkten. Die gute wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands in den vergangenen Jahren schlägt sich allerdings auch bei der Dynamik nieder. Die Bundesrepublik erreicht im Dynamikranking immerhin Rang 19. „Ausgehend von einem hohen Niveau entwickelt sich Deutschland sehr stark“, erklärt Bähr. Schweden ist mit 101 Punkten ähnlich dynamisch. Dagegen verlieren Großbritannien (92) und die USA (85) an Boden.