Anders in den USA: Die Zahl der Erwerbstätigen ging von 2008 auf 2009 um 11 Prozent zurück, die Produktivität blieb nahezu stabil und die Lohnstückkosten stiegen nur um maßvolle 2,4 Prozent an.

Auch langfristig tendierten die deutschen Lohnstückkosten nach oben: Zwischen 1991 und 2009 verteuerte sich diese Größe um fast 24 Prozent – bei der ausländischen Konkurrenz waren es im Schnitt nur 9 Prozent. Aktuell hat sich die Kostensituation in der heimischen Verarbeitenden Industrie jedoch dank der gestiegenen Nachfrage nach Maschinen und Produktionsanlagen wieder etwas entspannt. Im Herbst 2010 lagen die Lohnstückkosten in Deutschland noch 11 Prozentpunkte über dem Wert, den sie vor der Wirtschaftskrise hatten. Das ist zwar deutlich weniger als im ersten Quartal 2009, als die Lohnstückkosten um 25 Prozentpunkte zugelegt hatten, aber immer noch weit entfernt vom ursprünglichen Niveau.

Christoph Schröder
Produktivität und Lohnstückkosten der Industrie im internationalen Vergleich
IW-Trends 4/2010