Schüler mit Migrationshintergrund schneiden im deutschen Bildungssystem durchschnittlich schlechter ab als ihre Mitschüler ohne ausländische Wurzeln. Das zeigt sich schon im Kindergarten und in der Grundschule – und beeinflusst die Wahl der weiterführenden Schule. IW-Berechnungen auf Basis des Mikrozensus zeigen, dass 40 Prozent der 13- bis 15-Jährigen ohne Migrationshintergrund im Jahr 2016 ein Gymnasium besucht haben. Von den Kindern dieser Altersgruppe, die bis zum Alter von zwölf Jahren nach Deutschland zugewandert sind, waren es nur knapp 24 Prozent. Diese Kinder besuchen auch eher eine Hauptschule und verlassen die Schule häufiger ohne Abschluss.

Deshalb sinken später auch ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt: Personen mit Migrationshintergrund sind im Durchschnitt häufiger arbeitslos und haben ein niedrigeres Einkommen. Dabei ist nicht der Migrationshintergrund an sich nachteilig – das größte Problem ist, dass sie Rückstände bei den Sprachkenntnissen und den Bildungsabschlüssen haben, zeigt die IW-Studie.

Dabei ist es für die deutsche Wirtschaft besonders wichtig, dass Zuwanderer und ihre Kinder nachhaltig auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß fassen: „Wenn die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer ins Rentenalter kommen, stehen im Inland zu wenig Nachwuchskräfte bereit, um sie zu ersetzen“, sagt IW-Zuwanderungsexperte Wido Geis-Thöne. „Damit sich die Perspektiven von Kindern mit Migrationshintergrund verbessern, sollten Schulen mit einem hohen Anteil förderungsbedürftiger Kinder finanziell und personell besser ausgestattet werden“, so IW-Bildungsexpertin Christina Anger. Die Zuweisung der Mittel an die einzelnen Betreuungseinrichtungen könnte über einen Sozialindex erfolgen. Kinder und Jugendliche mit einem erhöhten Förderbedarf verteilen sich nämlich sehr ungleich auf die einzelnen Bildungseinrichtungen.