Seit 2005 haben chinesische Investoren 196 deutsche Unternehmen ganz oder teilweise übernommen. Zumeist sichern sie sich vor allem kleine Betriebe aus dem Maschinenbau und der Automobilindustrie. Doch auch Pharmaunternehmen sowie Firmen aus der Branche der erneuerbaren Energien werden immer häufiger zum Übernahmeziel. Allein 2016 investierten chinesische Anleger laut IW weit mehr als 10 Milliarden Euro in Deutschland und übernahmen rund 39 Firmen – ein neuer Rekord. 2012 waren es nur rund zwei Milliarden Euro und 21 Firmen. Da die meisten Investitionen für sich genommen zu klein sind, um in Presse oder Bundesanzeiger veröffentlicht zu werden, dürfte die tatsächliche Summe noch höher liegen. „Chinesische Investoren sichern sich durch die Übernahmen deutsches Knowhow und stoßen in neue Märkte vor“, sagt IW-Wissenschaftler Christian Rusche.

Was bedrohlich klingen mag, hat derzeit große Vorteile für die hiesige Wirtschaft. Denn häufig schlagen chinesische Firmen bei Unternehmen zu, die in wirtschaftliche Schieflage geraten sind. „Zwar greifen chinesische Firmen auf Spitzentechnologie zu, sie sichern und schaffen aber auch viele Arbeitsplätze in Deutschland“, sagt Rusche. „Unter dem Strich überwiegen also die positiven Aspekte des chinesischen Engagements.“

Ein Schönheitsfehler ist, dass bei den Übernahmen häufig auch die chinesische Politik ihre Finger im Spiel hat – während sie gleichzeitig Investitionen im eigenen Land ausbremst. Dadurch wird der Wettbewerb verzerrt, denn chinesische Firmen können ihre deutschen Konkurrenten mit Staatshilfe leichter übernehmen und darauf vertrauen, dass Peking sie im Zweifel vor Übernahmen schützt. „Die Politik sollte auf die Öffnung des chinesischen Marktes hinwirken, um solche Ungleichgewichte zu vermeiden.“

Chinesen investieren in deutsche Firmen

Übernahmen und Beteiligungen seit 2014

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