Inwiefern die Braunkohle auch künftig eine Rolle spielen wird, hängt davon ab, ob sich Umweltfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit unter einen Hut bringen lassen. Denn wenn Braunkohle verbrannt wird, um Strom zu erzeugen, wird Kohlenstoffdioxid freigesetzt. Die Energieunternehmen müssen daher verhältnismäßig viel Geld für den Kauf von Emissionsrechten bezahlen. Moderne Kraftwerke sind zwar viel umweltfreundlicher – sie stoßen gut ein Viertel weniger CO2 aus und wandeln deutlich mehr eingesetzte Energie in Strom um als alte Anlagen. Doch Modernisierungen sind teuer und null Emissionen wird es auch bei modernsten Werken nicht geben. Der durch den Emissionshandel bestimmte Preis der CO2-Zertifikate wird also für die Zukunft der Braunkohle maßgeblich sein – zusätzliche politische Eingriffe sind nicht notwendig.

Hubertus BardtDie Bedeutung der Braunkohle in DeutschlandIW-Trends 1/2012